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Kleines Bastelprojekt zur Sommerzeit

Solarmodul
Als Mini - Bastelprojekt zur Sommerzeit bezeichne ich folgende Bastelei. Ein kleines monokristallines Solarmodul mit der Bezeichnung "SM 6" von einem bekannten, großen Elektronikdistributor der mit "C" beginnt und mit "d" endet, spielt in dem Projekt die Hauptrolle. Das Modul hat eine Nennleistung von 6Wp bei einem maximalen Strom von 320mA. Die Nennspannung liegt bei 17,3V. Die Leerlaufspannung beträgt 20,8V. Die Siliziumzellen sind in einer EVA (Ethylen-Viny-Acetat) Kunststoffplatte eingebettet und UV-und feuchtigkeitsbeständig. Das ganze Modul ist ca. 25cm x 25 cm groß. Es ist also ideal geeignet, um die Energie zum Betreiben von USB-Geräten bereitzustellen. Hierbei habe ich zum Beispiel an WIFI-IP-Cams gedacht. Auch das Laden von Smartphones ode Tablets sollte damit möglich sein.
Um das nun auch durchführen zu können, muss aus der Nennspannung der Photovoltaikzelle die Betriebsspannung des USB-Standards (5V) erzeugt werden. Das könnte man jetzt ganz einfach mit einem 7805er Regler machen und die Differenz dabei in Wärme umwandeln. Doch das ist die, so ziemlich ineffizienteste Möglichkeit, die Energie des Panels in ein Handy zu bekommen.
Zum einen ist der Innenwiderstand des Panels von der Lichtintensität abhängig, was einen großen Einfluss auf den Wirkungsgrad bei nicht angepassten Lastwiderständen hat. Zum anderen ist ein Längsregler ein Energievernichter, da die Differenz zwischen Eingangsspannung und geregelter Ausgangsspannung bei Stromfluß in Verlustleistung, also Wärme umgewandelt wird. Hier ist man mit einem Schaltwandler (Buck-Converter) besser bedient.
In einem einfachen Laboraufbau kann das Verhalten des Panels untersucht werden. Dazu wird die Leerlaufspannung des Panels bei unterschiedlicher Beleuchtungsstärke gemessen. Anschliessend wird das Panel mit unterschiedlichen Widerstandswerten belastet und der Strom durch die Last, sowie die Spannung am Panel gemessen. Die Messwerte werden aufgezeichnet und der Ri (Innenwiderstand der Quelle) berechnet. Der nachfolgende Stromlaufplan zeigt den Messaufbau:
Messaufbau - Schaltung
Als Amperemeter dient ein Agilent- und als Voltmeter ein Keithley 2701 Tischmultimeter. Diese Messgeräte können beide über SCPI-Befehle gesteuert werden. Als Schnittstelle ist  jeweils ein LAN-Port vorhanden. Das macht es einfach, über einen PC und ein geeignetes Script, einen automatisierten Messablauf zu realisieren. Und da Matlab eine sehr bequeme Möglichkeit bietet, zu scripten, wird es auch gleich verwendet. Um in einem Labor messen zu können und in etwa die selben Umgebungsbedingungen zu haben, wird anstelle der Sonne eine Tischlampe mit Halogenglühbirne verwendet. Die Helligkeit der Lampe wird einfach durch die Versorgung mit einem Labornetzgerät von 0-13V eingestellt. Natürlich kann auch das Labornetzgerät per Matlab gesteuert werden.
Messaufbau mit Lampe als "Sonne"
Die Lampe ist in einem Abstand von 25cm mittig über dem Panel platziert. Um ein Gefühl zu bekommen, welche Beleuchtungsstärke mit der Lampe erreicht wird, wird mit einem Luxmeter eine Referenzmessung gemacht. Das heißt, die Lampe fährt die Leistungsrampe von 0-13V durch und das Luxmeter misst die Beleuchtungsstärke im Abstand von 25cm unter der Lampe. Das Ganze wird in 0.5V Schritten aufgelöst. Daraus ergibt sich eine Kurve, die so aussieht:
Spannung an der Lampe ergibt Beleuchtungsstärke
Jetzt kann die Messung beginnen. Als Lastwiderstand werden manuell Widerstände an das Panel geschaltet und Strom und Spannung bei jeder Helligkeitsstufe gemessen. Es sind elf Lastwiderstandswerte die von 4.7 Ohm bis 220 Ohm reichen nacheinander angeschlossen. Eine Leerlaufmessung wird dann natürlich ohne Lastwiderstand gemacht. Folgender Graph zeigt den errechneten Innenwiderstand bei zwei Lasten des Panels über den Helligkeitsverlauf der Lampe in Lux und im weiteren Graph über die Spannung an der Lampe(für die bessere Skalierung). Den Innenwiderstand einer Quelle errechnet man aus der Leerlaufspannung der Quelle abzüglich der Spannung unter Last, dividiert durch den Strom. Mit der Differenz der Leerlauf und Lastspannung erhält man also den Spannungsabfall am Innenwiderstand. Da im Lastfall auch der Strom bekannt ist, braucht man nur mehr das Ohm´sche Gesetz anzuwenden, um den Widerstandswert zu erhalten...
Innenwiderstand vs. Beleuchtungsstärke
Innenwiderstand vs. Spannung an der Lampe
Da jetzt einige Klarheiten über das Verhalten der PV-Zelle beseitigt wurden, kann ich noch kurz über den Aufbau des Spannungswandlers berichten. Wie schon zuvor angekündigt, ist ein Schaltwandler der effizientere Weg, die Energie an den Verbraucher anzupassen. Hier kommt ein LM2596S zum Einsatz. Der LM 2596 ist ein "Simple Switcher Power Converter, der mit 150kHz schaltet und ein Last mit 3A versorgen kann.) Hier eine Übersicht der Funktionen:
  • 3.3-V, 5-V, 12-V, and Adjustable Output Versions
  • Adjustable Version Output Voltage Range: 1.2-V to 37-V ± 4% Maximum
    Over Line and Load Conditions
  • Available in TO-220 and TO-263 Packages
  • 3-A Output Load Current
  • Input Voltage Range Up to 40 V
  • Excellent Line and Load Regulation Specifications
  • 150-kHz Fixed-Frequency Internal Oscillator
  • TTL Shutdown Capability
  • Low Power Standby Mode, IQ, Typically 80μA
  • Uses Readily Available Standard Inductors
  • Thermal Shutdown and Current-Limit Protection
(Quelle: Datenblatt des Herstellers TEXAS Instrument)
Mit diesem Schaltwandler und noch ein paar wenigen anderen Komponenten lässt sich schnell eine Schaltung zusammenzimmern und mit dem Layouttool "Eagle" in eine Platine verwandeln. Diese Schaltung ist aber so einfach aufgebaut, dass sie lediglich mit den Vorzügen des LM2596 möglichst effizent arbeitet, aber kein Powertracking durchführt. Das heisst, die Last, die die Schaltung für die Solarzelle darstellt wird nicht an den Innenwiderstand der Solarzelle angepasst.
Schaltbild des DC-DC Converters




Messung der Beleuchtungsstärke

Messaufbau




Schaltbare Lastwiderstände




Layout am Computer



Folie zum Erstellen der Printplatte
Geätzte PCB
 



Bestückte PCB




Fertige Schaltung

Solar Radiometer

Der/das Radiometer - auch Lichtmühle genannt - ist ein lehrreiches, physikalisches Demonstrationsobjekt, das schon vor ca. 100 Jahren von dem englischen Physiker Crookes erfunden wurde. Dieses kleine pyhsikalisch-technische Anordnung zeigt in anschaulicher Weise, wie Licht in mechanische Energie umgewandelt wird.






Die Funktionsweise des Solar-Radiometer:
Trifft warmes Licht, also Sonnenlicht, Licht von Glühbirnen oder Punktstrahlern, eben Licht in dessen Spektrum auch der infrarote Anteil vofhanden ist (aber kein kaltes Licht von Leuchtstofflampen) auf das, auf einer Nadel ruhende Flügelkreuz, so dreht sich dieses je nach Stärke der Lichtquelle. In einem besonderen Verfahren wird in der Glaskugel ein Teilvakuum erzeugt, so dass der Luftwiderstand nicht stärker als die, durch die Lichtenergie erzeugte Drehkraft des Flügelrades ist. Die geschwärzten Flächen des Flügelkreuzes nehmen mehr Lichtenergie auf, als die hellen Flächen. Durch die Erwärmung der Luftmoleküle entsteht an den dunklen Flächen ein wesentlich höherer Druck als an den hellen Flächen. Dadurch wird die ständige Rotation des Flügelkreuzes bewirkt. (Brownsche Molekular-Theorie). Es sollen je nach Lichtstärke bis zu 3000 Umdrehungen pro Minute erreicht werden. (Quelle: Hersteller des Radiometer) 


Temperatursensor für IV-11 DCF melody

Ein Funktionsupdate für die IV-11 DCF melody Uhr ist von gr-projects erhältlich. Es handelt sich dabei um einen Funktemperatursender. Das besondere daran ist, dass der im ISM-Band 433MHz arbeitende Sender mit einer Photovoltaikzelle (Solarzelle) ausgestattet ist. Je nach Ausführung kann im Sender ein kleiner Akku oder eine CR2032 Knopfzelle verbaut werden. Die Batterie wird so bei Sonneneinstrahlung von der Solarzelle gestützt bzw. in der Akkuversion wird dieser tagsüber geladen und hält den Sender dann über die dunkle Zeit weiter in Betrieb.
Sendermodul

Der Zusammenbau ist einfach. Der Bausatz besteht aus einem Sender und einem Empfänger. Die Platinen von Sender und Empfänger sind mit wenigen Bauteilen schnell bestückt. Hier ist aber doch etwas Aufmerksamkeit gefragt und man sollte die Dokumentation sorgfältig lesen, denn aufgrund der geringeren Stückzahl der Bausätze werden die Platinen ohne Bauteilaufdruck und Lötstoplack gefertigt.

Sender mit Solarzelle
Die Funkmodule selbst sind vollständig vorbestückt (SMD) und müssen nur mehr in die entsprechenden Platinen eingelötet werden. Dem Temperaturfühler (NTC) kann zu Abgleichzwecken optional ein Trimmpotentiometer parallel geschaltet werden. Der Sender wird, wie auch der Empfänger, in ein kleines PVC-Gehäuse eingebaut. Hier sind ausser einem 3mm Bohrloch und ggf. etwas Silikon für die Abdichtung der Solarzelle (für den Betrieb aussen am Fenstersims) keine weiteren Werkzeuge von Nöten.

Empfängerplatine im Gehäuse

Um den Empfänger mit der Uhr zu verbinden, sind am Mainboared der Uhr ein paar kleine Änderungen durchzuführen. Zum einen wird der Microcontroller getauscht - logisch - denn es gibt ja ein neues Programm, das in der Datumszeile dann auch die Temperatur anzeigt. Ein Widerstand wird entfernt, einer kommt hinzu und ein Jumper kann gegen eine Brücke getauscht werden. Die Verbindung zwischen dem Mainboard der Uhr und dem Funkempänger wird mit einem Stück Kabel hergestellt. Drei Leitungen sind erforderlich (GND, +5V und das Datensignal vom Empfängercontroller zum Uhrencontroller). Das war´s dann auch schon. Die Uhr kann in Betrieb gehen. Nach einigen Sekunden wird die empfangene Temperatur in der Röhre angezeigt.

Ein Video über den Aufbau der Schaltung gibt es hier:



USB - Stick defekt?




Immer wieder passiert es mir, dass ein USB - Speicherstick seine Funktion verliert und plötzlich nicht mehr erkannt wird. Oft ist der Stick noch als Laufwerk im System angemeldet, aber es fehlt der Datenträger, oder auch das System meldet, dass der Stick nicht formatiert ist. Und das obwohl er gerade eben noch, voll mit wichtigen Daten, in einem anderen Rechner funktioniert hat. :)  (Hier würde jetzt die Geschichte mit den Backups oder Sicherungskopien herpassen... ). All diese Probleme sind meist auf Bedienungsfehler oder mechanische Probleme zurückzuführen. Ein Bedienungsfehler kann beispielsweise sein, dass der Stick gezogen wird, während noch ein Schreibvorgang stattfindet. Der Stick wird dann während eines Prozesses stromlos gemacht. Und je nach dem, ob der Controller oder der Flash-Speicher damit umgehen kann, überlebt der Stick oder eben nicht. Oft sind auch mechanische Gebrechen die Ursache für Ausfälle. So kann es sein, dass die Lötstellen zwischen dem Connector und der Platine brechen, oder auch die Anschlussbeinchen der Quarze oder Oszillatoren  Kontaktprobleme bekommen.

In diesem Fall habe ich einen Miniaturstick von extrememory bekommen, der seine gespeicherten Daten nicht mehr hergeben will. Er wird in der Systemverwaltung zwar angezeigt, aber will man darauf zugreifen, kommt die Meldung "kein Datenträger gefunden". Der Versuch über diskpart aus der Commandline zu formatieren oder zu partitionieren klappte nicht. Auch diverse Tools wie "SDFormatter" oder "USBstick_Formattool" schlugen fehl. Auch mit Linux oder auf MAC-Systemen war kein Erfolg zu erzielen. Also ein Stick für die Tonne... Aber ich dachte mir, auch wenn der Stick in seiner kleinen Bauform eher nicht auf einen mechanischen defekt schliessen lässt - warum nicht trotzdem mal reinschauen :) Und bei 16GB gebe ich auch nicht so schnell auf.
Also versuchte ich das Gehäuse vorsichtig zu öffnen, indem ich zuerst das Metallgehäuse des USB-Steckers entferne.



Das klappt ganz gut. Nachdem ich das zum Vorschein gekommende Platinchen mit seinen Leiterbahnen näher betrachten wollte, tauchte da plötzlich etwas Bekanntes auf.


Das sieht doch aus wie eine SD-Karte. Genauer gesagt, wie eine MicroSD-Karte. 




 Genau so war es auch. Der USB-Stick ist nichts anderes als ein MicroSD-Card Reader, in den eine solche Karte eingebaut ist. Mit einer Pinzette ließ sich die SD-Card heraushebeln.


Scheinbar ist auch hier wieder das Problem mit den Kontakten, bzw. Kontaktfedern zwischen Card und Cardreader die Ursache für das Problem, denn die SD-Card funktionierte in einem anderen Cardreader einwandfrei und alle Daten waren vorhanden. Es zahlt sich also aus, vor der Mülltonne ein paar Minuten zu investieren und die Innereien des Gerätes zu begutachten.

DAT-Walkman Sony TCD-D3

Sony TCD-D3
Zumindest einen Blog-Beitrag pro Monat zu schreiben habe ich mir zum Ziel gesetzt, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, dies zeitlich auch umzusetzen. Jeder der selber kleine Kinder hat, kann sich das vielleicht vorstellen. Doch abends und zwischendurch kann ich Material sammeln und es bearbeiten. -> es dauert eben nur alles viel länger. Diesmal habe ich zum Thema Retro-Audio einen Sony DAT-Recorder organisiert. Es ist ein Sony TCD-D3 aus dem Jahr 1990-91, ein sogenannter DAT Walkman.

Das DAT (Digital Audio Tape) ist ein Audio-Magnetband, auf das digital aufgezeichnet wird. Das Aufzeichnungsformat und die die Tonqualität sind im Wesentlichen mit dem der Audio-CD zu vergleichen. Die Aufzeichnung erfolgt auf kleine Kassetten, die auch im Storagebereich in der EDV eingesetzt wurden (DDS-Bänder). Das DAT Format war als Nachfolger der Audiokassette vorgesehen, konnte sich auf dem breiten Markt nicht durchsetzen. Es wird hier auch diskutiert, dass die Musikindustrie das Format nicht in der Consumerwelt sehen wollte, da es mit dem System möglich sei, digitale, verlustfreie Kopien herzustellen.

Vom technischen Aufbau entspricht das Kassettenlaufwerk dem eines Videorecorders. Das Band wird mit Ladearmen aus der Kassette gezogen und um einen rotierenden Kopf (DAT-R) geführt. Die Aufzeichnung erfolgt im Schrägspurverfahren. Das Exemplar, das ich diesmal als "defekt" erworben habe, wurde mit dem Defekt: Kassettenschacht öffnet nicht, beschrieben. Nach der Demontage fiel mir auf, dass ich nicht als erster das Innenleben des Gerätes nach der Fabrik betrachten durfte. Da hat schon jemand herumgebastelt. An allen (Tantal)Kondensatoren wurde gelötet, die Zuleitungsdrähte zu den Batteriepolkontakten war "abgezwickt" und die Drähte fehlten. Der Flexiprint, der das Front-Bedienteil mit dem Mainboard verbindet hatte bei genauer Betrachtung eine gebrochene Leiterbahn.
reparierte Leiterbahn

Die gebrochene Leitung ließ sich durch vorsichtiges Abkratzen der Isolation und Auflöten einer Litze reparieren. Die Kondensatoren habe ich alle neu verlötet und natürlich vorher überprüft. Hierbei ist mir aufgefallen, dass einige nicht anständig verlötet waren und an einem Pol eine kalte Löststelle hatten bzw. gar nicht mit dem Pad verbunden waren. Auch die Batterikontakte wurden mit neuen Drähten versehen. Auf dem Mainboard befindet sich auch noch ein DC/DC Converter, der aus den 9V Eingangsspannung die Versorgungsspannungen für die Logik und die Audiokomponenten macht. (5V +/-7V). Dieser Converter ist in einer vollständig verlöteten Weissblechbox untergebracht. Hier war natürlich noch niemand drinnen und hat die darin befindlichen Elkos überprüft. Das war dann auch recht schnell gemacht und die kleine Box überholt. Jetzt konnte ich die Platinen und das Laufwerk provisorisch wieder zusammenstecken und in Betrieb nehmen. Als Datenträger verwendete ich eine DDS (Storage) Kassette. Also Spannung drauf´ und "Eject" gerdrückt und siehe da, das Kassettenfach öffnet auf Anhieb. Von meinem Handyaudioplayer als Musikquelle machte ich eine Probeaufnahme. Und was soll ich sagen, eine wunderbare Tonqualität!

Das nächste zu behebende Problem ist eher optischer Natur. Es handelt sich hier um die Seitlichen Gehäuseteile, die mit einer Gummierung überzogen sind und diese beginnt sich scheinbar chemisch zu verändern und wird klebrig. So habe ich diese Gummierung vorsichtig mit Isopropanol abgewaschen und versucht, die weis bedruckte Beschriftung nicht mit abzulösen. Das klappte ganz gut. Mit Acrylklarlack habe ich die Teile dann lackiert.
lackierte Seitenteile

Nach der Aushärtung des Klarlackes konnte ich wieder alles zusammenbauen und den finalen Test starten. Die folgenden Bilder zeigen das Innenleben des  TCD-D3.


























Spezifikationen des TCD-D3
  • Type: Digital Audio Tape Dec
  • kTonspuren : 2-channel stereo
  • Bandgeschwindigkeit: 4.075, 8.15 mm/s
  • Aufzeichnungsdauer: 240 minutes
  • Kopfsystem: 2000rpm, rotary
  • D/A Converter: 16 bit linear
  • A/D Converter: 16 bit linear
  • Samplefrequenz: 32-48kHz
  • Frequency Response: 20Hz to 22kHz
  • Signal to Noise Ratio: 90dB
  • Dynamic Range: 90dB
  • Total Harmonic Distortion: 0.0008%
  • Analogeingang: 80mV (line), 0.25mV (mic)
  • Analogausgang: 0.5V (line)
  • Abmessungen: 85.2 x 40 x 120.1mm
  • Gewicht: 0.42kg


Sony RX100 Digitalkamera (und die Reparatur)

Die Sony RX100 Digitalkamera mit ihrem 20.2 Megapixel EXMOR CMOS Sensor besticht durch ihre hervorragende Bildqualität und die kompakte Bauform. Die Sensorgröße von einem Zoll und das vorgesetzte Zeiss Vario Sonnar F1.8 Objektiv sind mit verantwortlich für die guten Bildergebnisse. Die Kamera ist dabei mit 10x6cm und einer Dicke von 3.6cm immer noch hosentaschentauglich. (Wobei ich das nicht empfehlen würde). Das 3,6fach-optische-Zoomobjektiv wird im ausgeschalteten Zustand ein und bei Gebrauch ausgefahren.

Doch nach einiger Zeit und etlichen Aus- und Einfahrten der Optik kommt es, oder kann es irgendwann zu einer Situation kommen, wo die Optik ihren Dienst verweigert. Das äussert sich auf unterschiedliche Art und Weise. Entweder passiert nach dem Einschalten gar nix, die Optik bewegt sich nicht und am Display erscheint nur die Meldung ("Aus und wieder Einschalten"), oder das Objektiv fährt ein Stück heraus und und gleich wieder ein. Jetzt könnte man vermuten, die Kamera hat einen mechanischen Schaden, die Gleitflächen innerhalb der Optik sind verschmutzt, oder es ist durch einen etwaigen Sturz irgendetwas verbogen oder verzogen und klemmt. Doch dem ist meist nicht so. In diesem Fall ist die Kamera nie starken mechanischen, thermischen, etc. Beanspruchungen ausgesetzt worden und trozdem gibt es einen Fehler. Recherchiert man einwenig im Netz, dann findet man einige Reparaturtutorials, wo versucht wird, mit irgenwelchen Papierstreifen zwischen den Gleitringen der Optik zu reinigen etc. Eine vernünftige Information war nicht zu finden. Also bleibt mir nichts übrig, als selber nach der Ursache für das Problem zu suchen. Und es war auch schnell gefunden. Nach dem Öffnen des Gerätes und leichtem Anheben des hinteren Gehäusedeckels ließ sich das Objekt plötzlich wieder ausfahren. Wurde der Deckel wieder aufgesetzt, so war das Problem wieder da. Es mußte also irgendwo ein Kontaktfehler vorliegen. In den folgenden Zeilen stelle ich meinen Weg zur funktionierenden Kamera vor:
Nach dem Lösen der Schrauben und Entfernen der Kunsstoffbodenplatte lässt sich die hintere Abdeckung mit dem Bedienfeld und dem Monitor abnehmen.
Der Flexiprint zum Bildschirm und jener zur Bedieneinheit ist zu lösen, der kleine Lautsprecher kann einfach ausgehangen werden. Jetzt kann noch einmal der Akku eingelegt und eingeschaltet werden. In diesem Fall öffnete sich das Objektiv und fuhr wieder korrekt aus. Es ist also wirklich ein Kontaktproblem. Doch wo ? Ich versuchte mit dem Finger leichten Druck auf den Flexiprint auszuüben, der den mechanischen Teil der Optik versorgt. (Nicht den, der vom Sensor ins Mainboard führt.) Mit diesem leichten Druck am Flexiprint wurde wieder eingeschaltet und siehe da -> Treffer. Die Optik rührte sich nicht. Das ließ sich auch nachvollziehen. Also scheint dieser Flexiprint an den Knickstellen einen Leitungsbruch zu haben. Scheinbar wird dieser Print, bedingt durch das Ein- und Ausfahren der Linse konstruktionsbedingt mechanisch gestresst und gibt so irgendwann nach und bricht. (Vielleicht auch geplante Obsoleszenz). Jedenfalls suchte ich im Netz nach einem Ersatz, fand ihn und nach einer Woche Wartezeit wurde der neue Flexiprint auch schon geliefert.
Der neue Print für die Optik wird ohne jegliche Bauelemente verkauft. Das bedeutet, ab hier ist ein wenig Erfahrung im Umgang mit Lötwerkzeugen, SMD Bauteilen und flexiblen Platinen erforderlich.
Die Optik muß freigelegt und ausgebaut werden. Dazu ist das Mainboard zu lösen. (insgesamt drei Schrauben). Dann ist vorsichtig die schwarze Folie von der Hinterseite der Optik zu entfernen. (Vorsicht bei den ganzen flexiblen Leitungen) Ist die Folie ab, kann der Flexprint zum Sensor abgesteckt werden.
Als nächstes wird die Motoreinheit gelöst und der Motor vom Objektivgehäuse getrennt.
Auf dem Print befinden sich einige Komponenten, wie Steckverbindungen und kleine Gabellichtschranken, die im Obektiv(Objektivposition) und in der Motoreinheit (2 Stück als Inkrementalencoder und zur Drehrichtungsbestimmung)verbaut sind. Diese werden mit kleinen Metallbügeln in Position gehalten und müssen vor dem Ausbau der Objektiveinheit gelöst werden.
Objektiv, Antriebseinheit und Mainboard sind ausgebaut. Alle Steckverbindungen zwischen Optik und dem Antriebsmotor sind zu lösen.







Die Motoreinheit kann nun vom Objektiv getrennt werden. Der Flexiprint ist auf dem Objektivgehäuse mit Tesaband und kleinen Haken befestigt. Diese müssen  gelöst werden.

   
Mit dem Zerlegen der Motoreinheit geht´s nun weiter. Im Kunststoffgehäuse des Motorgetriebes befinden sich, wie zuvor erwähnt, zwei Gabellichtschranken, die auch mit einer Klammer festgehalten werden. Diese kann einfach ausgeklipst werden. Zum Abschluß des Ausbaus muß noch der Motor abgelötet werden. Nun ist der Flexiprint frei und der heikle Schritt kann beginnen.
Die kleinen SMD Steckverbinder sind vom alten Print abzulöten und wieder auf dem neuen Print zu befestigen. Bei dieser Arbeit ist sauberstes Handtieren gefragt, da die kleinen Kunststoffgeäuse beim Auslöten sehr leicht zerstört werden können. Ich empfehle hier, den Print nur von der Unterseite zu erwärmen, und dann den Stecker mit einer Pinzette abzuheben. Sonst läuft man schnell Gefahr, den Kunststoff des Steckers durch zuviel Hitze zu verformen. Ist das gelungen, können die Stecker auf dem neuen Flexiprint angelötet werden.

Die selbe Arbeit ist auch bei den Gabellichtschranken durchzuführen. Dann sind nur mehr die Kontakte des Motors an den dafür vorgesehen Positionen in der Flexplatine anzulöten.


Wenn das geklappt hat, kann der Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge erfolgen. Beim Biegen der Flexplatine in die richtige Position kann man sich an der alten Platine orientieren. Dann sollte der Einbau kein Problem sein. Vor dem Anbringen der Kamerarückwand (hinterer Deckel) sollte ein Funtkionstest durchgeführt werden. Das Objektiv muß auch ohne Monitor und Bedientastenfeld aus- und wieder einfahren. Wenn auch das funktionert, dann kann finalisiert werden. In meinem Fall war die Reparatur erfolgreich. Mal sehen wie lange es hält, bis wieder eine Leiterbahn im der flexiblen PCB bricht...