Homematic CCU - Tuning

Die CCUs der Homematic kommunizieren mit ihren drahtlos angebundenen Sensoren und Aktoren über das 868MHz ISM Band. Hier ist die Sendeleistung und die Senderate klar definiert. So kommt es durchaus häufiger vor, dass bei vielen Geräten, die unterschiedlich weit von der Zentrale entfernt sind, auch Kommunikationsfehler auftreten. Einige diese Fehler sind dabei auf die Feldstärke an der CCU- Antenne zurückzuführen. Die Wellenlänge in Luft beträgt bei 868MHz in etwa 0,345m. Die Antenne in der CCU und in den Aktoren ist auf Lambda/4 ausgelegt. Das sind ca. 8,6cm, die als Unipol im Gehäuse liegen. Diese Antenne ist einfach und funktionell. Allerdings kann der Antennengewinn und somit die Reichweite der Homematic durch einbauen einer anderen Antenne einfach gesteigert werden.
CCU2 mit externe 868MHz Antenne

Es gibt zu diesem Thema im Netz schon einige Lösungen und Umbauten. Hier beschreibe ich meinen Umbau auf eine externe Antenne. Die Antenne soll extern befestigt werden. Eine SMA-Buchse ermöglicht das Anschließen unterschiedlicher Antennen. In diesem Beispiel habe ich mich für eine 868 MHz Helix Antenne mit Knickgelenk entschieden. Die SMA Buchse ist eine fertig konfektionierte MH113 50Ohm Buchse mit 1,13mm Koaxialleitung und MHF1 Stecker.
SMA Buchse mit Koaxkabel

Der MHF1 Stecker wird nicht benötigt und kann von der Koaxialleitung "abgeschnitten" werden. Bei diesem, nun offenen, Kabelende muss der Innenleiter und Schirm zum Anlöten vorbereitet werden.
Offenes Ende des Koaxialkabels

Jetzt ist die CCU2 an der Reihe. Der Deckel ist schnell entfernt und die Platine freigelegt. Unten links im Bild ist das RF-Modul der Homematic mit dem Antennendraht zu erkennen. Zuerst wird die originale Antenne entfernt und ein wenig vom Lötstoplack der Masseplane entfernt. An dieser Stelle wird dann der Schirm des Koaxialkabels festgelötet.
Geöffnete CCU2

Das vorbereitete Stückchen Koaxialkabel mit dem SMA Stecker wird nun am RF-Modul angelötet. Hierbei kommt der Innenleiter an das RF-Pad mit dem vorher die Antenne verbunden war und das Schirmgeflecht an die freigekratzte Masseplane.
RF Modul mit entfernter Antenne

Koaxkabel am RF - Modul festgelötet


Die elektrische Verbindung ist somit hergestellt. Eine kleine Unstimmigkeit gibt es hier allerdings noch, bzw. habe ich mich hier noch nicht schlau gemacht: Die originale Antenne war ein einfacher Draht. Das würde bedeuten, es gibt eine Impedanz Anpassung am Ende des RF-Modul LNAs und des High-Z Drahtes. Die Koaxialleitung mit dem SMA Stecker hat allerding ebenfalls eine charakteristische Impedanz von 50 Ohm. Das würde bedeuten, es gäbe (oder gibt) hier eine Fehlanpassung. Das wiederum würde wieder Reflexionen an der Leitung und somit wiederum Leistungseinbußen hervorrufen. Im Gesamtsystem wird aber trotz vermutlicher Fehlanpassung eine Reichweitensteigerung erreicht. (Die wiederum könnte man aber mit einer korrekten Netzanpassung nochmals steigern... dazu müsste man sich das RF-Modul genauer ansehen) 
Montageloch im CCU2 - Deckel

Jetzt muss nur noch ein geeignetes Loch für den SMA - Stecker in den Gehäusedeckel gebohrt werden. Dann kann der SMA Stecker festgeschraubt werden. Nach dem Zusammenbau der CCU ist nun nur mehr die Antenne aufzuschrauben und der Umbau ist erledigt.
868 MHZ Helixantenne mit 50Ohm SMA Stecker

Einen Funktionstest, bzw. einen Nachweis der Steigerung der Empfangs- Sendeleistung kann man überprüfen, indem man die RSSI-Pegel der angelernten Sensoren und Aktoren vor und nach dem Umbau vergleicht. Hier hilft  "devconfig", ein kleines Tool in der Homematic Software, das mittels SSH freigeschaltet werden kann:

echo CP_DEVCONFIG=1 >> /etc/config/tweaks
 

Amiga und Genlock

Dieses Gerät oder besser gesagt, diese Geräteklasse werden sicherlich viele Commodore Amiga Anwender kennen, die den Amiga seinerzeit auch bei der Videonachbearbeitung benutzt haben.

Das Amiga Genlock VESone
Das Amiga Videosignal hatte ja genau die Zeilenfrequenz der damaligen Fernsehstandards (15,625kHz). Also konnte als Monitor am Amiga ja auch ein Fernseher angeschlossen werden. Vorausgesetzt es war ein Fernsehgerät mit einem R-G-B Scart Videoeingang. Als Bastler hat man sich aus den R-G-B und Sync-Ausgängen des 23poligen Amiga Monitor einen CVBS (Color-Video-Blanking-Sync) Converter zusammengelötet, der alle Signale zu einem Signal zusammenfasst. Und das war im Heimvideobereich das klassische Videosignal, das man aus jeder Camera oder Recorder heraus bekam. Also wurde der Amiga dann einfach an den Videorecorder angeschlossen und schon war eine tolle Deluxe Paint Grafik das Titelbild des letzten Urlaubsfilmes...
 
Effekte und Fader des VESone
Was aber, wenn man damit noch nicht zufrieden war und beispielsweise in das Videobild Titel (Bauchbinden) und Grafiken eingeblendet haben wollte? - Das ging nicht so einfach. Dafür gab es das "Genlock" (Generator Lockingdevice). Hierbei machte man sich die Eigenschaft des Amiga AGNUS-(später ALICE) Chipssatzes zu nutzen, der als Adressgenerator und Timing Chip im Amiga arbeitete. Dieser Custom Chip konnte  extern synchronisiert werden. Und genau das machte sich das Genlock zu nutzen. Denn um zwei Videosignale zeilengenau mischen zu können, ist es notwendig, dass sie auch synchron anliegen (das bedeutet, sie müssen in Frequenz und Phase des Bildwechsels synchron anliegen).
 
Korrekturmöglichkeiten der Signalquellen
Das Genlockinterface oder (der Genlock) gewann aus dem angelegten Videosignal einer Videocamera oder eines Videorecorders den Referenztakt und synchronisierte den Amiga nach diesem Takt. So waren jetzt beide Signale - sowohl das Monitorsignal des Amiga und das Videosignal der Videokamera oder -recorder taktgleich.  Jetzt können die beiden Signale gemischt werden. Es existierten einige Geräte auf dem Markt von ganz einfachen Genlocks, die lediglich den "Alpha Farblayer" des Amiga heranzogen und gegen das Videosignal der externen Quelle ersetzten. Damit konnten schon wunderbar Titel und Grafiken im Videofilm realisiert werden. Wollte man diese noch Ein- und Ausblenden bzw. noch die Sättigung, Helligkeit und Kontrast der beiden Quellen anpassen, dann konnte man komplexere Geräte erwerben. Hier ist ein semiprofessionelles Genlock der Firma Videocomp, das VESone (Video Effect System) dargestellt.
Anschlüsse des VESone

Es gab aber auch noch professionelle Geräte, die in Fernsehstudios eingesetzt wurden um zum Beispiel die Senderlogos in das laufende Programm einzublenden. Diese Profigeräte hatten mehrere Signalstandards als Ein- und Ausgänge zur Verfügung. CVBS, YC (S-VHS), RGB. Vor allem die getrennte RGB-Verarbeitung der Signale ermöglichte viel bessere Bildqualitäten.
Innenleben des VESone

Als Herzstück arbeiteten im VESone die folgenden IC´s:
Ein SAA1043 Universal Sync Generator generiert alle Syncsignale, ein TDA8390 Pal Decoder und RGB Matrix Chip ermöglicht das Mischen und Einfügen eines externen RGB Signals. Als RGB-Video Amplifier kommt ein LM1203 Chip zum Einsatz.


Als Software zur Erstellung von Grafiken, Animationen und Titeln aller Art, kamen Programme wie: Amiga Videotitler, Adorage, Deluxe Paint, Broadcast Titler, Scala Multimedia (ScalaMM), Texture Studio, ART Effect, Imagine etc.  zum Einsatz. 
 
 

Alter Computer wieder schön - oder wie man Kunststoff entgilbt

vergilbter Commodore 64
Als Sammler der 80iger Jahre Computer sind sicher schon viele mit dem Problem der "gelben" oder "vergilbten" Kunststoffgehäuse konfrontiert worden. Die Gehäuse sehen aus, als wären sie Jahre lang in einem Raucherzimmer gestanden und haben durch das Räuchern die Farbe angenommen. Das mag vielleicht für einige auch zutreffen, doch im Allgemeinen ist es das Material bzw. die Materialmischung und der UV Anteil des Sonnenlichtes, der das Vergilben verursacht. Die Gehäuse bestehen aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere) einem thermoplastisch formbaren Kunststoff, der in seinem Urzustand farblos bis grau ist. Durch Zusatz von Farbstoffen werden die Granulate, die vorwiegend im Spritzgussverfahren verarbeitet werden, in allen erdenklichen Farben hergestellt. Um die Materialeigenschaften auch dahingehend zu optimieren, dass sie flammhemmend und schlecht brennbar sind, wird Brom zugesetzt. (quelle: Internet). Und genau das Brom verursacht mit UV Licht die Gelb-bräunliche Färbung des Materials.

Tasten eines Amiga 1200
Will man nun so ein altes Gerät restaurieren und wieder in seinem originalen Glanz erstrahlen lassen, so reicht es leider nicht, die Gehäuseteile mit Seifenlauge oder ähnlichen Mittelchen zu waschen. Hier löst sich zwar jeglicher Schmutz und Verunreinigungen, aber der "Gilb" bleibt. Ich habe an einem kleinen Teststückchen wirklich einiges versucht, die Vergilbung zu entfernen. Mit Isopropanol, Terpentin, Waschbenzin, Kunststoffreiniger, Scheuermilch, Platinenreiniger, etc. - alles vergeblich. Ein mechanischer Abtrag der Oberfläche durch Anschleifen funktioniert zwar, aber dann kann man das Gehäuse gleich entsorgen. Im Netz findet man eine geeignete Lösung. Es gibt hier ein Produkt namens "Retr0bright", das im Wesentlichen aus Wasserstoffperoxid und einem Verdickungsmittel besteht. Mit diesem Mittel bestrichen und dem direkten Sonnenlicht für mehrere Stunden ausgesetzt, wirkt es Wunder. Das Peroxid bleicht mit der UV-Strahlung die Verfärbung des Kunststoffes, sodass er wieder seine ursprüngliche Farbe annimmt. Also habe ich beschlossen, diese Methode zu testen und mir in einer Apotheke 12% iges Wasserstoffperoxid gekauft.

Peroxid und Verdickungsmittel
Als Verdickungsmittel wollte ich Xanthan verwenden, doch das war in unserem "Dorf" nicht zu bekommen. Hier wurde mir, ebenfalls in einer Apotheke ein Nahrungsverdickungsmittel auf Maisstärke-Basis verkauft. Auch das erfüllt seinen Zweck.  Was ich jedoch dabei gelernt habe - solche Dinge nicht mehr in einer Apotheke zu kaufen. Denn die Preise dort sind extrem. Allein für das Peroxid musste ich 28 Euronen hinblättern. Der "Dickmacher" kostete mich nochmal 16 Euro... Das bekommt man online viel, viel günstiger. Aber jammern hilft nicht - also machte ich mich an die Mischung. Eine halbe Tasse Peroxid und drei Teelöfel "ThickenUP" geben eine gut verarbeitbare Konsistenz. Mit einem Pinsel habe ich die Gehäuseteile möglichst gleichmäßig bestrichen und mit Frischhaltefolie abgedeckt. (Dies wird in einigen Internetforen beschrieben, um die Austrocknung der Bleiche zu verhindern) Dabei ist es notwendig, die Frischhaltefolie so glatt und faltenfrei wie möglich auf die Oberfläche aufzulegen. Jede Falte ist dann im Bleichergebnis zu sehen. Danach kommen dann alle Teile in die Sonne. Ich habe sie einen Tag lang in der Sonne liegen lassen, am nächsten Tag nochmal bestrichen und wieder der UV-Strahlung ausgesetzt.
1541II er Floppygehäuse beim "Bleichen"


Nach der Belichtungs- und Reinigungsprozedur wurde wieder zusammengebaut... Die Ergebnisse sind teilweise hervorragend, aber auch mittelmäßig. Besonders wichtig ist es, einen homogenen Auftrag der Bleiche und eine konstante gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Die Lösung mit der Frischhaltefolie funktioniert zwar, ist aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Hier die Ergebnisse: 

Commodore C64
Amiga 1200