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Keithley2000 Tischmultimeter
Ein alter Begleiter im Bereich Messgeräte ist das Tischmultimeter von Keithley. In unseren Labors  werden vorwiegend die Typen der 2000er Serie eingesetzt. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten betreffend der Schnittstellen zur Aussenwelt. Hier ist GBIP-Bus natürlich ein Standard, ebenso wie RS232. Die neueren Geräte besitzen mittlerweile ein LAN Interface mit dem eine Kommunikation über das InternetProtokoll möglich ist. Über jede dieser Schnittstellen kann über "Standard Commands for Programmable Instruments" (SCPI) mit dem Gerät kommuniziert werden. In diesem Beispiel werde ich das Keithley 2000 über Matlab ansteuern und zyklisch über einen längeren Zeitraum Messwerte auslesen, diese in Matlab speichern und schlußendlich in einem Plot ausgeben - quasi einen simplen Datalogger konfigurieren. Der Zweck dieses Aufbaus ist es, den Spannungsverlauf (bzw. auch Strom) eines Akkus bzw. Batterie eines Low-Energie Device zu erfassen.
Rückseite des Keithley 2000



GPIB Interface (IEEE488)



RS232 Schnittstelle

In diesem Beispiel werde ich die serielle Datenübertragung per klassischer RS232 Schnittstelle verwenden, da diese für meine Anwendung vollkommen ausreicht. Zudem kann ich mir die Installation der Treiberpakete für das GPIP-USB Interface ersparen. :) Da viele der aktuellen Rechner und Laptops auch keine RS232 Ports mehr haben, muß ein USB-RS232 Adapter (beispielsweise FTDI232 etc.) her.

USB-RS232 Adaper am Keithley2000


Ist die Verbindung zwischen dem Multimeter und dem Rechner hergestellt, kann, wie in diesem Beispiel, über ein Matlabscript kommuniziert werden. Dem Keithley muß nur mehr mitgeteilt werden, dass es über die serielle Schnittstelle "sprechen" soll. Die folgenden Code-Schnipsel zeigen, wie man einfach über SCPI Daten auslesen kann:


1:   %serialObject = instrfind('Type', 'serial', 'Port', 'COM26', 'Tag', '');  
2:   serialObject = serial('COM26','BaudRate',19200, 'DataBits',8);    
3:  % if isempty(serialObject)  
4:  %   serialObject = serial('COM26','BaudRate',19200, 'DataBits',8);  
5:  % else  
6:  %   fclose(serialObject);  
7:  %   serialObject = serialObject(1)  
8:  % end  
9:    
10:    %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%  
11:    %  
12:    % Sourcemeter 2000 setup  
13:    %  
14:    %%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%   
15:    fopen(serialObject)  
16:    s.InputBufferSize = 5000;  
17:    fprintf(serialObject,'*RST');  
18:    fprintf(serialObject,'*CLS');  
19:    
20:    time = now;  
21:    voltage = 0;  
22:  %%   
23:    figureinstanz = figure('NumberTitle','off',...  
24:      'Name','Spannungslogg',...  
25:      'Color',[0 0 0],'Visible','off');  
26:    plotinstanz = plot(voltage,time,'Color','red');  
27:    
28:    %% Messzeit und evtl Messintervall  
29:    stoptime = 10; %60 seconds  
30:    timeInterval = 1; % nix brauch ma jetzt  
31:    
32:    % Messgeraet einstellen  
33:    fprintf(serialObject,':INIT:CONT OFF;:ABOR');  
34:    %fprintf(serialObject,':FORM:DATA ASCII');  
35:    %fprintf(serialObject,':SENS:FUNC "VOLT:DC"');  
36:    %fprintf(serialObject,':SENS:VOLT:DC');  
37:    %fprintf(serialObject,':SENS:VOLT:PROT 4');  
38:    %fprintf(serialObject,':SENS:CURR:RANG:AUTO ON');  
39:    %fprintf(serialObject,':SENS:VOLT:DC:RANGE 10');  
40:    %fprintf(serialObject,':FORM:ELEM VOLT');  
41:      
42:      
43:      
44:  %   %fprintf(serialObject,':TRAC:COUN 1');   
45:  %   %fprintf(serialObject,':TRAC:FEED:CONT NEV');   
46:  %     
47:  %   fprintf(serialObject,':TRAC:CLE');  
48:  %     
49:  %   fprintf(serialObject,':TRAC:POIN 10');  
50:  %   fprintf(serialObject,'TRAC:FEED:SENS');  
51:  %   fprintf(serialObject,'TRAC:FEED:CONT NECT');  
52:  %   fprintf(serialObject,'TRIG:COUN 10');  
53:  %   fprintf(serialObject,':OUTP ON');  
54:  %     
55:  %   fprintf(serialObject,':INIT');  
56:  %   fprintf(serialObject,':TRACE:DATA?');  
57:      
58:      
59:      
60:      
61:      %% Daten abholen  
62:    count = 1; voltage(1)=4  
63:    tic;  
64:    time=toc;  
65:    % while time<=stoptime  
66:    while voltage>=1.5    
67:  %     fprintf(serialObject,':INIT');  
68:  %     fprintf(serialObject,':TRAC:FEED SENS');  
69:  %     fprintf(serialObject,':TRAC:DATA?');   
70:  %  
71:      fprintf(serialObject,':READ?');  
72:      voltage(count) = fscanf(serialObject,'%f');  
73:      time(count) = toc;  
74:      set(plotinstanz,'YData',voltage,'XData',time);  
75:      set(figureinstanz,'Visible','on');  
76:      pause(timeInterval);  
77:      count = count +1;  
78:    end  
79:      
80:    figure(1);  
81:    plot(time,voltage);  
82:    grid on; hold on;  
83:    xlabel('Zeit [s]'); ylabel('Batteriespannung [V]')  
84:    title(Spannungsverlauf Batterie 3V Lithium (2032 mit Modul) im default mode');  
85:      
86:  % fprintf(serialObject,':OUTP OFF');  
87:    %% Put the instrument in local mode  
88:    fprintf(serialObject,'SYSTEM:LOCAL');  
89:    fclose(serialObject);  
Wie so ein Datalog dann aussieht ist in der folgenden Grafik dargestellt. Hier ist der Spannungsverlauf einer nahezu entladenen Batterie bis zum Abschalten des Verbrauchers über die Zeit aufgezeichnet worden.


Frohe Weihnachten 2017

Frohe Weihnachten an die Besucher des Blogs!

Das dritte Jahr "Technik- und Retroblog" ist jetzt um und ich habe es geschafft, mindestens einen Beitrag im Monat zu erstellen. Es gibt auch noch reichlich Material aus alten Zeiten, worüber ich hier wieder posten möchte. Die Zugriffsstatistik auf die Blogseite zeigt mir auch, dass sich auch einige Besucher hierher verirren...

Ich bin auch immer wieder auf der Suche nach kleinen, kuriosen Geräten und Spielzeugen aus den 70er, 80er Jahren. Doch Vieles ist nicht mehr zu bekommen und komplett verschwunden. Es wird leider immer schwieriger Dinge aus seiner Jugendzeit zu finden. Aber wir werden sehen, was das neue Jahr bringen wird :)
In diesem Sinn:
Fröhliche Weihnachten und schöne Feiertage!

LCR-Meter über Matlab auslesen

LCR-Meter 4297A Agilent
In diesem Post möchte ich mich einmal etwas anderem widmen. Es geht nicht um Retrotechnik, sondern um eine Kleinigkeit, die mir das Arbeiten im Büro erleichtert. Eines der vielen Messgeräte mit denen ich zu tun habe, ist ein Agilent LCR-Meter. Mit dem LCR-Meter 4297A kann man bekannterweise ja die Induktivität, die Kapazität, etc. von elektrischen Bauteilen und generell von Strukturen, die dem Bereich der Elektronik/Elektrotechnik zugeordnet sind, messen. Grob gesagt, der 4297A misst eigentlich nur Strom / Spannung, die Phasenlage  zwischen den beiden und die Energierichtung. Und das bei einer bestimmten Frequenz. Mathematisch werden dann aus diesen Paramatern alle Größen wie L,C,R,X,Y,Q,PHI,... errechnet und ausgegeben. Die Frequenz hier hierbei vom 1MHz bis 3GHz (in 100kHz Schritten) einstellbar. Idealerweise kann das Messgerät nicht nur in einem Frequenzpunkt messen, sondern auch in vielen. Mit "vielen" ist hier gemeint, dass das Messgerät Frequenztabellen mit 32 Einträgen erzeugen kann. Von diesen Tabellen existieren acht Stück. So ist es möglich, den Verlauf einer gemessenen Größe in Form einer Kurve darzustellen. Allerdings ist das ziemlich umständlich. Die Inhalte der Tabellen müssen händisch (als "csv" Dateien) Tabelle für Tabelle exportiert und gespeichert werden. Das bedeutet, jede Tabelle muss einzeln angewählt werden. Danach ist der Dialog "Export List View" zu selektieren - dann ein Speicherpfad und Dateiname anzugeben. Erst jetzt werden die ersten 32 Datensätze exportiert. Dieser Vorgang ist insgesamt acht mal zu wiederholen. Gespeichert wird auf eine 3,5 Zoll Floppy Disc - das einzige verfügbare Medium. Man könnte den 4297A optiona auch in ein LAN hängen und eine Dateifreigabe einrichten. Der händische Export bleibt aber nicht erspart. Auf einem "normalen" Rechner können die  .csv Files jetzt geöffnet werden. Die müssen dann im postprocessing händisch zusammengefügt werden. Erst jetzt kann aus den Daten ein Diagramm gebastelt werden. Hier bietet sich als Tool Matlab von Matworks an, das in unseren Laboren im Rahmen der Ausbildung häufig eingesetzt wird.
NI - GPIB-USB Controller

Um diesen umständlichen Prozess wesentlich zu vereinfachen, habe ich ein kleines Skript erstellt, das über die SCPI - Befehle (Standard Commands for Progammable Instruments) mit dem Messgerät kommuniziert. Das soll heissen: Das Messgerät ist über einen GPIB-USB Controller mit einem PC verbunden. Auf dem PC befindet eine Matworks Matlab Installation samt den benötigten Toolboxen. Das Matlab-Script soll nun einfach die Tabellen der Reihe nach durchschalten und die Inhalte der einzelnen Parameter auslesen und einem Array speichern. Der Inhalt der Arrays wir dann direkt in einem Plot dargestellt. Diese Methode bedient sich aber nur der Inhalte der Tabellen. Es wäre natürlich auch möglich, über das Script in einer Schleife jede gewünschte Frequenz direkt einzustellen, die Messwerte auszulesen, die nächste Frequenz anzuwählen usw.  Das würde max. 29990 Punkte über den gesamten Frequenzbereich ergeben. Die acht Tabellen á 32 Punkte erlauben hingegen nur 256 Punkte. Das ist fürs erste aber ausreichend und auch viel schneller.
Transmission Line 50 Ohm mit Abschlusswiderstand
die Leitung ist terminiert
In dem Beispiel ist der Impedanzverlauf (Z-Verlauf) einer 50 Ohm Transmissionline dargestellt. Das Ende der Leitung ist dabei mit einem 50Ohm Widerstand abgeschlossen. Der Frequenzbereich ist 1MHz bis 3 GHz. Anders sieht es aus, wenn die Leitung offen oder kurz geschlossen ist. Die elektromagnetische Welle wird dann nicht, wie bei dem "gematchten" System am Ende der Leitung in Wärmeenergie umgewandelt, sondern zurück in das System reflektiert.  

die Leitung ist kurzgeschlossen


Das folgende ganz einfache Matlabscript ermöglicht das Auslesen der Messgeräteparameter. Das Script dient als Beispiel, wie man schnell zu den Messdaten kommt. Im Programmingmanual des Herstellers vom LCR-Meter sind alle SCPI Commandos und reichlich Beispiele angeführt, mit denen man mit dem Messgerät kommunizieren kann.



1:  %auslesen der agilent LCR Keule 4287A  
2:  %gekotet von ingmar bihlo Ende November 2017  
3:  %anschluss über gpib ni adapter  
4:  %LCR gpip adresse: 5  
5:  %%  
6:  %vorarbeiten an LCR Keule  
7:  %  
8:  % Es müssen 8 Tabellen mit je 32 Punkten definiert sein  
9:  % (power und average ist egal, wird nicht ausgelesen)  
10:  % 
11:  % unter "measurement parameters" muessen vier parameter definiert sein  
12:  % zb. Z, qhi, R, L, etc...  diese sind dann in den variablen param1 bis 4  
13:  % enthalten  
14:  %%  
15:  % gpib interface oeffnen und identifier lesen  
16:  g = gpib('ni', 0, 5);  
17:  g.InputBufferSize = 100000;  % Set the buffer size  
18:  fopen(g);  
19:  fprintf(g, '*IDN?')  
20:  idn = fscanf(g);  
21:  fclose(g);  
22:  num1all=0; % initialisieren der variablen für den summenvector  
23:  num2all=0;  
24:  num3all=0;  
25:  num4all=0;  
26:  freq=0;  
27:  fopen(g);  
28:  %read list parameters (frequency points)  
29:  fprintf(g, ':SOUR:LIST?');  
30:  fpoint=fscanf(g);  
31:  listchar=strsplit(fpoint,',');  
32:  list=[cellfun(@str2num, listchar(:,1:end))]  
33:  clear listchat; clear fpoint;  
34:  %analyze list content  
35:  points=freq(1);  
36:  for i=1:8  
37:  %Tables selecten  
38:  fprintf(g, strcat(':SOUR:LIST:TABL 0',num2str(i)));  
39:  pause(1); %pause 1s zum umschalten der tabelle  
40:  %parameter1 abholen  
41:  fprintf(g, ':DATA:FDAT1?');  %parameter 1 anfragen  
42:  par1=fscanf(g);        %parameter 1 holen  
43:  string1=strsplit(par1,',');  %parameter 1 string nach komma zerlegen  
44:  num1=[cellfun(@str2num, string1(:,1:end))] %parameter 1 strings in dec konvertieren   
45:  num1all=[num1all,num1]; %parameter1 aktuell mit parameter1 aus vorherigem durchlauf concentenaten  
46:  fprintf(g, ':DATA:FDAT2?');  
47:  par2=fscanf(g);  
48:  string2=strsplit(par2,',');  
49:  num2=[cellfun(@str2num, string2(:,1:end))]  
50:  num2all=[num2all,num2];  
51:  fprintf(g, ':DATA:FDAT3?');  
52:  par3=fscanf(g);  
53:  string3=strsplit(par3,',');  
54:  num3=[cellfun(@str2num, string3(:,1:end))]  
55:  num3all=[num3all,num3];  
56:  fprintf(g, ':DATA:FDAT4?');  
57:  par4=fscanf(g);  
58:  string4=strsplit(par4,',');  
59:  num4=[cellfun(@str2num, string4(:,1:end))]  
60:  num4all=[num4all,num4];  
61:  %read list parameters (frequency points)  
62:  fprintf(g, ':SOUR:LIST?');  
63:  fpoint=fscanf(g);  
64:  listchar=strsplit(fpoint,',');  
65:  listraw=[cellfun(@str2num, listchar(:,1:end))];  
66:  list=listraw(:,2:end); %von pos2 das feld schreiben (an pos ist die anzahl der zeilen)  
67:  for c=1:3:96  
68:  freq=[freq,list(c)]; %von jedem 3. wert aus list ein neues array bilden  
69:  end  
70:  clear listchat; clear fpoint;  
71:  pause (1);  
72:  end  
73:  %ausgabevariablen festlegen  
74:  frequency=freq(:,2:end);  
75:  param1=num1all(:,2:end);  
76:  param2=num2all(:,2:end);  
77:  param3=num3all(:,2:end);  
78:  param4=num4all(:,2:end);  
79:  %uerberflüssige variablen loeschen  
80:  clear c; clear i; clear list; %clear freq;  
81:  clear par1;clear par2;clear par3;clear par4;  
82:  clear string1;clear string2;clear string3;clear string4;  
83:  clear num1all;clear num2all;clear num3all;clear num4all;  
84:  fclose(g);  
85:  %plotten der ergebnisse  
86:  figure(1);  
87:  plot(frequency,param1);  
88:  grid on; hold on;  
89:  xlabel('Frequency [Hz]'); ylabel('Measurement Parameter1 |Z| [Ohm]');  
90:  title('Agilent LCR Keule');  
91:  % figure(2);  
92:  % plot(frequency,param2);  
93:  % grid on; hold on;  
94:  % xlabel('Frequency'); ylabel('Measurement Parameter2');  
95:  % title('Agilent LCR Keule');  
96:  %   
97:  % figure(3);  
98:  % plot(frequency,param3);  
99:  % grid on; hold on;  
100:  % xlabel('Frequency'); ylabel('Measurement Parameter3');  
101:  % title('Agilent LCR Keule');  
102:  %   
103:  % figure(4);  
104:  % plot(frequency,param4);  
105:  % grid on; hold on;  
106:  % xlabel('Frequency'); ylabel('Measurement Parameter4');  
107:  % title('Agilent LCR Keule');  

Kassettenrecorder SONY TC150B

Sony TC-150 Kassettenrecorder
Der Sony TC-150 ist das neueste, alte Mitglied in der Sammlung. Wiederum als Defektgerät erworben, fand dieses Schätzchen einen Platz in der Werkstatt. Nach einer schnellen Inspektion war gleich klar, hier hat der Zahn der Zeit genagt und wie oft üblich, die Antriebsriemen spröde gemacht, bzw. sie zersetzt. Ansonsten ist das Gerät in tadellosem Zustand, kaum Krazter und Beschädigungen am Gehäuse. Auch das Batteriefach war sauber. In dem Gerät befinden sich vier unterschiedlich lange Vierkanriemen.
die zu erneuernden Riemen   
Geeignete Ersatzriemen bekommt man beispielsweise bei einem großen Elektronikhandel, der in Österreich mit sechs Megastores vertreten ist. Unter der Bezeichnung "Antriebsriemensortiment" und "1.1mm Kantenlänge" wird man schnell fündig. Weniger schnell geht das Austauschen der Riemen. Hier sollte man sich zumindest eine halbe Stunde Zeit nehmen und das Zerlegen des Laufwerks vorsichtig angehen.

Um zu den Riemenscheiben zu gelangen, bzw. diese weiter freischrauben zu können, muss die Hauptplatine abgenommen werden. Dies geht aber nur, wenn einige Leitungen abgelötet werden. Erst dann kann man die Platine hochklappen. Ist das erledigt, kann man die Haltebleche über den Riemenscheiben abschrauben.  Sie bilden den Gegenhalt der Schwungräder (Kapstanwelle). Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, die Kapstanwelle auf Schmutz (durch Bandabrieb) und Beschädigungen zu prüfen, bzw. sollte sie gereinigt werden. Auch die Andruckrolle darf nicht ausser Acht gelassen werden. Bei diesem Modell war beides in einem super Zustand. Die Andruckrolle war weder verglast und spröde, noch mit Bandabrieb verunreinigt oder eingelaufen. So konnte ich die neuen Riemen auflegen. Der Hauptriemen vom Motor wird mit einer Drehung von 90° aufgelegt. Hier sollte man sich, falls noch vorhanden, die Einbaulage des alten Riemens merken, oder nach dem Auflegen des neuen Riemens zumindest einen kurzen Probelauf machen.

Dreht sich wieder alles (und vorallem auch in die richtige Richtung) dann kann mit dem Zusammenbau begonnen werden. Drähte wieder anlöten, Platine verschrauben und schon ist die "Reparatur" beendet. Sollte man eine Testkassette besitzen, so können hier noch einige Parameter, wie zum Beispiel Bandgeschwindigkeit oder die Spurlage des Tonkopfes überprüft und gegebenfalls justiert werden.
Das VU-Meter zur Aufnahmeaussteuerung und Batteriekontrolle 
Der TC150 nach Austausch der Riemen


Technische Daten des SONY TC-150:
Hersteller:                         Sony
Type:                                 TC-150 (Europa) bzw. BT-50 USA
Herstellungsjahr:              ca. 1977 - 1982 (lt. diverser Internetquellen)
Modellart:                         portabler Kassettenrecorder
                                          (Cassette Corder)
Hauptprinzip:                    NF-Audio
                                          Magnetbandaufzeichung/Wiedergabe
Bandgeschwindigkit:        4.8cm/s
Magnetköpfe:                    1 Aufnahme-/Wiedergabekopf
                                           1 Löschkopf (Permanentmagnet)
Halbleiter:                          8 Tranistoren, 5 Dioden, 2IC´s, 1 FET
Leistungen:                         Ausgangsleistung: max 360mW
                                            Leistungsbedarf Versorgung: max 9W
Versorgungsspannung:        Batterie 4x1.5V AA, oder Akkupack BP28
                                            12V Caradapter bzw. 6V 4W Steckernetzteil
Betriebszeit:                         2.5h bei kontinuierlicher Aufnahme
Lautsprecher:                       Dynamischer 5cm Lautsprecher
Abmessungen:                     174 x 29.5 x 113 mm (BxHxT)
Gewicht:                              ca. 769g



Mini-TV Broksonic



Broksonik CIRT-2097T
Dieses schöne, kleine, neue Stück Technik aus den achziger Jahren ist zu meiner Sammlung dazugekommen. Es ist ein kleiner Röhrenfernsehempfänger mit Radioteil mit der Bezeichnung CIRT-2097T von dem Hersteller Broksonic (ist lt. Internetrecherchen eine US-Firma). Das Gerät habe ich mit dem Attribut "defekt" ganz günstig über eine Flohmarktplattform  erhalten.  Also dachte ich, das Risiko kann man eingehen und einen Reparaturversuch wagen. Was Großartiges kann ja nicht kaputt sein - wenn´s nicht gerade die Bildröhre ist.

Das Innenleben des Broksonic
Nach einem kurzen Funktionstest mit dem Steckernetzteil, zeigte sich schnell, dass sich nichts zeigte. Kein Bild - kein Ton, kein gar nix. Da das Gerät auch ein Batteriefach besitzt, wollte ich als nächstes versuchen, die Energieversorgung über die Batterieklemmen einzuspeisen um zu sehen, ob hier vielleicht schon ein Problem liegt. Und da war es auch schon - das Problem. Der Batteriedeckel war fast nicht abzubekommen, er hielt wie angeklebt. Nach einigem hin und her, bekam ich den Deckel dann doch noch zerstörungsfrei ab und es offenbarte sich die Ursache der "Verklemmung" oder besser "Verklebung". Im Batteriefach befanden sich (wahrscheinlich schon seit 20, oder mehr Jahren) immer noch Batterien. Die waren in einem schlimmen Zustand, total korrodiert und ausgelaufen. Teilweise war der äussere Mantel der Zelle verätzt und nicht mehr vorhanden. Ohje - dachte ich, hoffentlich hat sich das ausgelaufene Dielektrikum nicht ins Innere des Gerätes bewegt und dort Schaden angerichtet. Es blieb mir nichts anderes übrig, als alles zu zerlegen und zu überprüfen. Und da offenbarte sich dann  das Übel:

Von Batteriedielektrikum beschädigte Platine
In etwa ein Viertel der TV-Platine war mit der Batterieflüssigkeit in Kontakt gekommen. Und das Zeug hat ganze Arbeit geleistet und Leiterbahnen und Anschlussdrähte von Bauteilen fast vollständig weggeätzt.

Also habe ich zuerst einmal versucht mit Leiterplattenreiniger,alle Kistalle und den Rest des Batteriesaftes zu entfernen um dann einen genaueren Blick auf die Beschädigungen zu erhalten. Ein paar stichprobenartige Messungen mit dem Ohmmeter zeigten schnell, dass viele Leiterbahnen durchtrennt waren. Es half also nichts, die Leiterbahnen mussten freigelegt werden. Erst dann wäre eine vernünftige Reparatur möglich.

Grobe Reinigung mit der Messingdrahtbürste
Mit einer rotierenden Messingdrahtbürste habe ich dann begonnen, die verätzten Bereiche abzutragen, die Reste des Lötstoplackes zu entfernen und die Kupferbahnen freizulegen.

Feinarbeiten mit dem Glaspinsel
Nach den groben Vorabeiten musste der Glaspinsel ran. Nur mit dem war es möglich, alle Lack- und Korrosionsreste zu entfernen und schlussendlich die Leiterbahnen freizulegen. Eine langwierige Arbeit...
die freigelegten und reparierten Kupfebahnen
... doch schlussendlich gelang es, alle beschädigten Bereiche freizulegen und zu reparieren. Einige Widerstände und Kondensatoren mussten auch erneuert werden, da deren Anschlussdrähte auch in einem schlechten Zustand waren.




Nach der Reparatur konnte dann ein Funktionstest durchgeführt werden - und siehe da, es war kein weiterer Fehler mehr vorhanden und das Gerät funktionierte schon wieder einwandfrei. Also konnte ich den reparierten Bereich der Platine mit Lötlack vor erneuter Korrosion schützen und das Gerät wieder zusammenbauen.




 Abschliessend liste ich hier noch eine Übersicht der technischen Daten:


Hersteller:                  Broksonic (US-Firma New York)
Type:                          CIRT-2097T
Herstellungsjahr:        ca. 1982
Modellart:                  TV+FM Empfänger portable
Hauptprinzip:             Superhet 
Bildschirmdiagonale: 2 Zoll SW Bildröhre
Wellenbereiche:         AM, FM, SW (Radio),  VHFI,VHFIII,UHF (TV)
                                   AM: 535-1605kHz
                                   SW:3200-9700kHz
                                   FM:88-108MHz
                                   TV:
                                   VHF Kanal 2-13(US), 2-12 (E)
                                   UHF Kanal 14-83(US),21-69(E)

Betriebsart:                 Batterie oder Akku, Netzbetrieb mit Steckernetzteil
Versorgungsspannung: Akku 6V, Batterie 6x1.5V AA
Lautsprecher:              Dynamischer 16 Ohm Lautsprecher mit Permanentmagneterregung
Ausgangsleistung:      150mW
Abmessungen:            150x53x202 mm (BxHxT)
Gewicht:                     ca 1.1kg

NES Classic Mini : Aus mit Wucherpreisen

Das Unternehmen Nintendo hat im Jahr 2016 die Spielekonsole Nintendo Classic Mini aufgelegt und in den Verkauf gebracht. Sie ist ein Revival der 8-Bit Ur-Spielekonsole Nintendo Entertainment System aus dem Jahr 1983 (Veröffentlichung in Japan) bzw. 1986 (Veröffentlichung in Europa). Die Ur-NES Konsole hat sich ca. 61 Millionen mal verkauft und wurde 1992 von der SNES (Super Nintendo Entertainment System) einer 16Bit Konsole abgelöst. Die Beliebtheit der Nintendokonsolen ist scheinbar so groß, dass die Neuauflage mit einem Verkaufspreis von ca. 60 Euro kurz nach der Veröffentlichung ausverkauft war. Hier witterten Geschäftemacher den großen Deal und boten die Geräte über Amazon, ebay und co zu teilweise horrenden Preisen an. Auch jetzt, knapp ein Jahr später sind sie noch nicht unter 100 Euro zu bekommen. Und Nintendo produziert auch keine weitere Einheiten. Stattdessen hat das selbe Spiel mit dem Revival der SNES Serie in einer Miniaturausgabe begonnen.
Der NESPI in seiner Verpackung

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, um mit viel weniger Geld in den Besitz einer miniaturisierten Version dieser Konsole zu gelangen. Um wenige Euro bekommt man ein Gehäuse namens NESPI CASE, das der NES CLASSIC MINI entspricht, jedoch mit einem großen Unterschied: Den Rechner kann man in Form eines Raspberry PI selber einbauen. Damit eröffnen sich unzählige Möglichkeiten mit Emulatorsoftware eigene Konsolen softwaremäße nachzubauen.  Das NESPI-Case besitzt einen integrierten 4 Port - USB Hub sowie einen LAN Ethernet Connector, der die Anschlüsse des Raspberry PI nach aussen führt. Hierbei sind zwei USB Ports so angeordnet, dass sie als Controller-Anschlüsse dienen. Die weiteren zwei USB Ports sowie der Ethernetanschluss liegen unter der Geräteklappe, wo einst die Spielemodule eingesteckt wurden. Das Gerät ist mit einem Einschalter mit Power LED  sowie einem Reset-Taster ausgestattet.

NESPI Case ausgepackt
Bedienelemente und Anschlüsse

Das Gehäuse wird mit bereits vormontierten Adapterplatinen geliefert. Auch die Schrauben für die Montage des Raspberry Pi, sowie für die Gehäuseschalen sind im Lieferumfang enthalten. Ein kleiner beiliegender Kreuzschraubendreher, sowie ein Zettel mit einer Montageanleitung machen die Sache noch einfacher.
Raspberry PI im NESPI-Gehäuse


Die Lan und USB- Ports des RaspberryPi werden über die, an den Adapterplatinen befindlichen Kabel samt Steckern nach aussen geführt. Sind die Steckverbindungen hergestellt, so kann die RapsberryPI-Platine im Gehäuse verschraubt werden. Optional kann auch noch ein 5VDC Lüfter mit den Abmessungen 30x30x10mm im Gehäusedeckel per Rastnasen befestigt werden. Für die Stromversorgung des Lüfters steht auf der Platine ein zweipoliger Pinheader zur Verfügung. Ist alles eingebaut und angeschlossen, dann kann das Gehäuseoberteil angeschraubt werden.

Raspberry Pi eingebaut

Nun kann die Software eingerichtet werden. Ich bevorzuge hierbei die Images von retropie bzw. recalbox. Nähere Indormatinen dazu findet man auf den entsprechenden Webseiten. Sind die gewünschten Emulatoren eingerichtet, so muss man nur mehr die Spieledateien, die sogenannten "Roms", also binäre Kopien der Spielemodule der einstigen Originalhardware in einer .bin oder .rom oder .iso Datei etc. auf die SD-Karte oder einen USB-Stick kopieren und in die "EmulationStation" einbinden. Und schon kanns losgehen. Auch die USB-Controller im NES - Look sind um ganz wenige Euro aus China zu bekommen...



NESPIE mit NES-Nachbau „ChinaController“


Ein alter NES „Klassiker“