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Die alte Reparaturwerkstatt

Beim Stöbern in den digitalen Archiven sind mir die folgenden Bilder wieder aufgefallen.
Mittlerweile sind schon wieder über zehn Jahre verstrichen, als ich das Ende der Fernsehtechnik-Reparturwerkstatt einleiten musste.
Blick in die alte Werkstatt
Fast gleichzeitig mit der Verbreitung der Flachbildfernsehgeräte sank die Auftragslage. Bis auf wenige Kunden, die aus ideellen Werten auf das Erhalten der alten Technik bestanden, ließ kaum jemand reparieren. Bedingt durch Lohnnebenkosten und realistische, minimal gewinnorientierte Preiskalkulation, war es den Leuten einfach zu teuer. Wenn zum Beispiel, eine Reparatur des Hochspannungsnetzteils eines Fernsehgerätes (Austausch von Zeilentransformator, Treibertransisor und diversen Kondensatoren und Widerständen) einen Preis von angenommen knapp 90 Euro ausmachte, war das schon wieder grenzwertig, fast zu teuer. Wenn man bedenkt, dass für diese Summe die Teile knapp 40 Euro im EK kosteten, mussten dann für die restlichen 50 Euro der Fehler gesucht und gefunden werden, alles ausgebaut und wieder eingebaut werden.

Das Gerät musste innen gereinigt werden (oft bekamen wir "Kisten" die den Staub und Nikotin von zwanzig Jahren gesammelt haben). Auch ein sorgfältiger Probelauf sollte durchgeführt werden. Was bleibt also von dem 50er? Wenn die ganze Arbeit knapp eine Stunde dauert und von der Lohnarbeit mehr als die Hälfte an Lohnnebenkosten abgeht. Wieviele Geräte muss man da am Tag reparieren um kostendeckend zu arbeiten?



Staubansammlungen
Manchmal bekam man auch Kurioses zu sehen. Da hat sich der eine oder andere Besitzer des Fernsehgerätes schon einmal selbst als Reparateur versucht und eine defekte Netzsicherung gefunden. - "Kein Problem, ist ja nur a Sicherung..." Die wird dann mangels einer passenden neuen Sicherung und Kenntnis einfach mit Zigarettenpapier umwickelt ... 







"fachmännische" Reparatur des Kunden

"Dann geht´s schon wieder..." was sich aber als nicht ganz korrekt herausstellt. Nach dem Einstecken "knallt und blitzt es" und gar nix ging mehr... So kam das Gerät dann bei mir auf den Tisch... "Warum ist die Reparatur so teuer?? - war ja nur a Sicherung kaputt - ich kenn mich da aus - bin ja Elektriker " Solche Sprüche bekommt man dann zu hören.


Die 80er und der Watchman

Im Jahr 1985 bringt die Firma Sony ein kleines, kompaktes und vor allem mobiles Fernsehgerät auf den Markt. Den Watchman Voyager FD20-AEB. Es wurde so konzipiert, dass es überall verwendet werden kann. So zum Beispiel im Auto, im Urlaub, einfach überall unterwegs.
Es handelt sich dabei nicht um einen TV mit LC-Display, oder TFT, oder LED Display. Nein. Der TV bringt das Bild mittels einer Elektronenstrahlröhre (Braunsche Röhre) zum Auge des Betrachters. Und das nicht in der brillanten Farbvielfalt und Auflösung heutiger Empfänger, sondern in Schwarz/Weiß (BW).

Die Bildschirmdiagonale von 4,7cm  kann mit Hilfe einer Aufstecklupe noch ein wenig vergrößert dargestellt werden.
Der Empfänger ist ein Multinormenempfänger, der die europäischen Fersehnormen abdeckte.

Abgestimmt wurde manuell mittels eines seitlich angebrachten "Drehrades". Die Empfangsbänder VHF/UHF kann man mit einem Schiebeschalter wählen. Natürlich ist damit auch nur der analoge Fernsehempfang möglich.

Bildquelle Zeichnung: Frank's Taschenfernseher.de




Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast und auch der Bildfang sind an der Unterseite des Gerätes durchführbar.
im Bild: Tunermodul und Flachbildröhre
Die Stromversorgung kommt von vier 1,5 Volt AA Batterien oder von einem Netzteil. Bei einer Leistungsaufnahme von 2 Watt ist bei Batteriebetrieb relativ schnell Ende. Die Hochspannungserzeugung und Heizung der Flachbildröhre ist hier wohl einer der grössten Stromverbraucher.







Der Aufbau der Platinen ist sehr diskret. Es gibt kaum integrierte Schaltungen. Links im Bild ist das große Tunermodul zu erkennen. Die Versorgung mit Signalen erfolgt ausschliesslich über eine Teleskop-Stabantenne. Ein eingebauter Lautsprecher sorgt für den Ton. Wahlweise ist auch eine Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers eingebaut.
heute ist nur mehr Rauschen zu empfangen

Vor Gameboy und co


Ein Trend der 80er waren die mobilen Videospiele. Wie heute in den Gameboy- , PSP- und mittlerweile auch Smartphonezeiten war es auch damals ganz praktisch als jugendlicher Mensch eine kleine, kompakte Spielkonsole immer mit dabei zu haben.

Als Beispiel habe ich eine dieser "Minikonsolen" ausgegraben. Es handelt sich um ein, im Volksmund "Trick o Tronic" genanntes Videospiel mit einem kleinen LCD Bildschirm. Der Unterschied zu den heutigen LCD Anzeigen besteht darin, dass das Spielbild nicht aus einzeln angesteuerten Pixeln besteht, die in Summe die Spielfiguren zeigen, sondern jede im Bild darstellbare Figur war sozusagen ein eigens ansteuerbares Symbol. Also musste zum Beispiel ein Männchen von links nach rechts laufen, so war jede Bewegung und Position als eigenes Symbol vorhanden.

Der Spielfeldhintergund war einfach ein Bild hinter dem LCD, dass die Szene darstellte. Das ganze Spiel wurde ebenso wie die damaligen Digitaluhren, mit einer 1.5Volt Knopfzelle betrieben. Der Ton zum Spiel kam aus einem Piezolautsprecher, der Pieptöne wiedergeben konnte. (das aber auch nur mit einer Frequenz)



http://youtu.be/7uPRPUbOJh8

Video8 zu Digital


Jetzt, während der Feiertage, ist ein wenig Zeit, die auf Magnetband gespeicherte Vergangenheit in Bild und Ton auf neue Medien zu kopieren.
Die Videoaufzeichnungen der beginnenden 90er Jahre fanden noch analog auf 8mm Bändern statt. Nein, nicht Super8 (das war ja der Film), sondern auf Video8 bzw. HI8 (die qualitativ bessere Variante - vergleichbar mit VHS und SVHS, wobei das "HI-" bzw. das "S-" technisch durch eine getrennte Aufzeichnung des Y- und C- Signals realisiert wurde.  (Y=Luminanz, also Helligkeitsinformation und C=Chrominanz, also Farbinformation). Die Aufzeichnung selbst, fand auf Magnetband in Schrägspurtechnik statt (Wie auch bei VHS, U-Matic, Betamax, BetaCam, Video2000 ...). Nur dass das Band eben eine Breite von 8mm hat und nicht 1/2" oder 1 Zoll, wie bei anderen Systemen. Auch der Ton wird im Schrägspurverfahren aufgezeichnet.

Um nun die alten Aufzeichnungen in ein heute übliches digitales Format zu bekommen, benötigt man folgende vier Dinge.
Zuerst einmal das Band (Kassette) mit den vermutlich spannenden Inhalten vergangener Tage.
Als nächstes ist ein Abspielgerät von Nöten.

Hier habe ich mir einen damals professionellen HI8 Recorder geholt, mit dem das Wiedergeben der Bänder klappen sollte. Der Recorder nennt sich EV-S9000E von Sony und kam nach fast zwanzigjähriger Pause wieder ans Netz. Nach nur kurzer Zeit war der Geruch von fauligem Fisch wahrzunehmen. Ein Indiz, dass hier einige Elektrolytkondensatoren der SMD Bauform nicht mehr ganz in Ordnung sind. (Ein bekanntes Problem bei Geräten höheren Alters und Elkos kleinerer, kompakter Bauform. Nichts desto trotz, ließ ich den Recorder am Netz und machte mich schlau, welche Funktionen aufgrund der zahlreichen, nicht mehr wertgenauen Bauteile ausgefallen sind. Also das Netzteil startete und liefert zumindest die wichtigsten Versorgungsspannungen. Die Floureszenzanzeige ist ausgefallen. Die 60V Anodenspannung scheint hier zu fehlen. Egal. Das Bandlaufwerk funktioniert. Also das analoge Signal zum Computer bringen. 

Hierfür habe ich mir einen Video-USB Converter von Elgato besorgt. Schnell die nötige Software installiert und das erste Band eingelegt und "Play" gedrückt. Das Bild war jedoch eine Katastrophe. Alle Zeilen waren total verzogen und versetzt. (So, als ob die Zeilenfrequenz nicht stimmte). Also habe ich, bevor ich wieder alles zusammenräume und mit dem Recorder in der Werkstatt verschwinde, nochmal ins Config-Menue des Recorders gesehen. Dort habe ich alle AUTO Optionen auf manuell geschaltet, die Fernsehnorm auf PAL geknüppelt und zu guter Letzt auch den TBC (TimeBaseCorrector) ausgeschaltet. Und siehe da, der TBC ist auch hinüber. Eigentlich soll er ein absolut stabiles Zeitsignal für die Videozeile generieren, doch mit defekten Elkos ist das nicht mehr möglich. 
Da ich keine zehn Bänder zu digitalisieren habe, sollte der Recorder noch durchhalten...

Elektronik Experimentierkasten der 80er

Aus meiner Jugendzeit stammen diese drei roten Kartons. Ein Relikt aus dem Keller meines Elternhauses. Es sind die electronic Experimentierkästen von Busch. Es handelt sich um die Kästen "Compact studio 2060", die "Ergänzungspackung 2061" und den "digital-technik 2075" Kasten.

Busch electronic 2060, 2061 und 2075
Die Baukästen sind in einem relativ guten Zustand, obwohl ich als damals als angehender Jugendlicher reichlich damit gebastelt habe.
Den ersten, also den Grundkasten 2060, habe ich in der Volksschulzeit mal zu Weihnachten bekommen (muss so ca 1979 - 80 gewesen sein), da das Vorgängerbaukastensystem von Philips zwecks mangelnder Kenntnisse und meinem Experimentierdrang leider nicht die Erfolgserlebnisse brachte. (Da war mal schnell einer der Transistoren defekt und nix funktionierte mehr...) Also haben sich meine Eltern nach einer neuen Baukastenvariante umgesehen, mit der ich als 8jähriger dann auch perfekt zurecht kam. (von den Philips Baukästen existieren leider nur mehr Fragmente und Teile der Grundplatte - aber ich bin in der Bucht auf der Suche nach einem Exemplar dieses Baukastens.)
Zurück zum Busch-System:

Wie man auf dem Foto sehen kann, sind so ziemlich alle Teile noch vorhanden. Schön säuberlich habe ich damals die beiden Kästen 2060 und 2061 zu einem Kasten zusammengefasst. (Leider)

Die Firma Busch warb damals mit folgendem Slogan:
"Ohne Vorkenntnisse sofort experimentieren!"  
Die Anleitungsbücher waren so aufgebaut, dass man schnell zu einem Erfolgserlebnis kam und sich dann in weiterer Folge auch Gedanken über die technischen Hintergründe machen konnte. Aus der Beschreibung der Kästen:
Das "compact Studio" 2060 bietet ca. 40 Experimente und Schaltungen, wie zum Beispiel: "Elektronische Mini Orgel, Alarm- und Regenwarnanlagen, Automatische Blink- und Zeitschalter, Tongenerator und NF-Verstärker,
Sensortaste, Spannungsprüfer, Ferngesteuertes elektronisches Relais, Martinshorn und Zimmerschaltung, Lichtorgel Prinzipschaltung."
Ein Jahr später bekam ich den Erweiterungskasten 2061. Mit dem waren dann auch Experimente wie Rundfunkempfänger möglich. Vom MW und LW - Empfänger bis hin zum UKW FM-Empänger, wo die Induktivitäten für die Schwingkreise selbst (natürlich streng nach Plan) gewickelt werden mussten.
Auch der 2061 ist in gutem Zustand, leider sind die Kunststoffhalteklammern des rauchglasfarbenen Kunstoffdeckel gebrochen, sodass er nur mehr auf dem Gehäuse aufliegt.

Hier ist nun reichlich Platz für die Vielzahl der Experimente. Schön ordentlich aufgeräumt mit einem Medienpanel mit eingebautem Potentiometer, Drehkondensator für die Empfängerabstimmgeschichten. Der Lautsprecher ist nun auch ins Gehäuse integriert,sowie ein Schiebeschalter, ein Drehspulmesswerk und eine 5 polige Diodenbuchse. (Das war zu der Zeit ein Standard für Audio-Steckverbindungen).
Auch hier habe ich damals in meinem kindlichen Leichtsinn gebastelt und die Leuchtdiode sowie eine 3.5mm und eine 2.5mm Klinkenbuchse ins Bedienpanel integriert. Leider sieht das nicht sehr professionell aus und zerstört die Originalität des Baukastens.
Ein weiterer Schritt war dann noch der Einstieg in die Digitaltechnik mit dem Kasten 2075.
Hier konnten Experimente wie zum Beispiel: ein 1-bit-Memory Speicher, Zähler mit 7-Segment Led Anzeige, Zufallsgeneratoren usw. aufgebaut werden.

Die Stromversorgung war für alle Experimentierkästen mit einer 9V Blockbatterie vorgesehen. Optional wurde von Busch damals auch ein Netzteil angeboten....



2,5 Zoll Früher und Heute

Bevor sie im Archiv landet, muss ich sie auch hier unterbringen...
Es handelt sich um eine Festplatte aus den 90er Jahren (genau 21.10.1991) - und zwar um eine 2,5 Zoll Platte von Seagate mit der sagenhaften Speicherkapazität von 85.3 MB (ja MEGABYTE). Im Vergleich dazu eine 160 GB (Gigabyte) Platte von Fujitsu aus dem Jahr 2007.
Die Seagate Platte mit der Bezeichnung ST-9096 war in einem Commodore Amiga 1200 verbaut. Darauf hatte das komplette Amiga OS 3.1 samt reichlich Anwendungen Platz. Diese 85MB konnte man damals gar nicht so einfach vollbekommen.

Zu den technischen Daten: Will man sie heute formatieren, so sollte man folgende Parameter wissen: 980 cyl, 10 heads, 17 sectors ergibt eine Kapazität von 85.299.200 byte. Die HDD hat eine Leistungsaufnahme von 2W im Schreib/Lesebetrieb und 1W im Idlemode. 300mW verbraucht sie immer noch im sleepmode.

Interessant ist vielleicht auch noch der Größenvergleich zu aktuellen Platten.
Das Interface entspricht dem IDE Standard (Integrated Drive Electronics).
Größenvergleich
 /- 44-pin I/O Connector (* see below)
                                      |                     o o
                                    ::::::::::::o::::::::1  o o
                               =P=W=A===========#==================
                                                |           | |
       pin-20 removed for keying ---------------/           | |
                                                            | |
                                                            | |
 Drive is Master, no Slave drive present ------------------ 0 0
 Drive is Master, Seagate Slave drive present ------------- 1 0
 Drive is Slave to another ST9xxxA/ST9xxxA Master --------- 0 1
 Reserved Position (Do Not Use) --------------------------- 1 1

 * Drive uses +5vdc power supplied to the drive
   via the interface connector. The drive does
   NOT make use of a +12vdc power line.
   pin-41  +5vdc (Logic)
   pin-42  +5vdc (Motor)
   pin-43  Ground
   pin-44  Reserved