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Social Media - muss wohl sein ...

Jeder spricht heute von Social Media und dank Smartphone und mobilem Internet kann auch jeder daran teilnehmen. In Wikipedia ist unter "Social Media" folgende Definition zu finden:
Social Media (auch soziale Medien) sind digitale Medien und Technologien, die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu erstellen. Der Begriff „Social Media“ wird aber auch für die Beschreibung einer neuen Erwartungshaltung an die Kommunikation genutzt und zur Abgrenzung von dem Begriff soziale Medien im Singular verwendet, da es sich um mehr handelt als um einzelne Medienkanäle.
Soziale Interaktionen in sozialen Medien gewinnen zunehmend an Bedeutung und wandeln mediale Monologe(one to many).
Zudem sollen sie die unbehinderte Verbreitung von Wissen und Informationen unterstützen und den Benutzer von einem Konsumenten zu einem Produzenten entwickeln. Demnach besteht weniger oder kein Gefälle zwischen Sender und Rezipienten (Sender-Empfänger-Modell). Als Kommunikationsmittel werden dabei Text, Bild, Audio oder Video verwendet. Das gemeinsame Erstellen, Bearbeiten und Verteilen von Inhalt, unterstützt von interaktiven Anwendungen, betont auch der Begriff Web 2.0.
quelle: wikipedia

Na dann... wird´s ja Zeit, da auch mit zu machen :) Googles youtube und google+ verwende ich ohnehin, um videos zu den Blogbeiträgen zu verlinken. Und mit der Platform Instagram lässt sich ein kurzes Intro zum Blog verlinken. Das sollte dann mit den gewohnten Buttons zu realisieren sein ...

Hameg Oszilloskop HM1508

Ein besonderes Dankeschön möchte ich in diesem Beitrag an die Firma Rohde und Schwarz Österreich GmbH für die kostenlose Überlassung eines Hameg Mixed Signal CombiScope HM1508 aussprechen. Vielen Dank für diese Spende.







Das Hameg HM1508 ist ein Vier-Kanal Oszilloskop mit zwei analogen Kanälen und zwei Logic-Eingängen. Die Samplerate beträgt 1GS/s bei einer Speichertiefe von 106 Punkten pro Kanal. Die analoge Bandbreite beträgt 150MHz. Das Gerät ist noch mit einer klassischen Monochrom-Anzeigeröhre ausgestattet und bietet etliche Funktionen der modernen Speicheroszilloskope.

So sind beispielsweise Messungen am Signal im Amplituden- und Zeitbereich per Cursor und auch automatisch möglich.
Die Datenpunkte werden per Interpolation (sinx/x, pulse, bzw. linear) verbunden. Die Dataaquisition kann in den Modi: single, average, envelope, roll und refresh erfolgen. Die vertikale Darstellung ist in den Bereichen von 1mV bis 20V pro Division einstellbar. Weiters bietet das Hameg einige Math-Funktionen sowie die Moglichkeit, die erfassten Daten zu speichern und exportieren.


Eine USB-Schnittstelle, sowie eine RS232 DB9 Buchse dienen als Schnittstelle zur Aussenwelt.

Ebenso im Lieferumfang enthalten: Die Signalprobes (eine pro Channel)
Die Abmessungen betragen: 285 x 125 x 380 mm
Gewicht: 5,6kg
Leistungsaufnahme: 35W bei 240VAC und 50Hz



Alte Computer in neuer Technik: MIST FPGA

Commodore C16 am MIST FPGA
In den Sommermonaten und vor allem mit meinem kleinen Sohn, ist die Zeit, hinter dem Rechner zu sitzen und über die "Projekt'chen" zu schreiben, doch sehr dünn gesät. Schon etwas länger beschäftige ich mit den Retrocomputern, wie den Commodore C16, C64, Amiga etc. Mittlerweile ist auch schon eine kleine Sammlung an originaler Hardware zusammengetragen. Um die alten Customchips in den "Brotkisten" zu schonen, ist es interessant auf alternative Hardware auszuweichen. Für jeden modernen Rechner und auch die kleinen Computer der Raspberry-Foundation ist es kein Problem, einen C64 oder Amiga zu emulierten. Dafür gibt es viel Software (Vice, Yape, Mame, ePSXe, Stella, etc.), die auch ausgezeichnet funktioniert. Bei den Emulatoren wird die Funktionalität der alten Maschinen per Software nachgebildet. Programme und Spiele, die früher per Datasette oder Floppydisk geladen wurden, werden beim Emulator einfach als "Imagedatei" geladen und gestartet. Das klappt zum größten Teil. Es gibt aber auch Spiele, die so trickreich programmiert worden sind, dass sie das Maximum aus der Hardware herausholen und dafür beispielsweise Bereiche im Speicher für Gamecode verwenden, der für ganz andere Dinge vorgehen war... In solchen Fällen kann es dann vorkommen, dass der Emulator hier versagt.

Noch viel exklusiver und weniger umständlich in Betrieb zu nehmen, um schnell mal einen alten "Rambo" zu spielen, ist ein Retrocomputer in einem FPGA. Den Elektronikern unter den Lesern ist FPGA sicher ein Begriff. FPGA bedeutet Field-Programmable-Gate-Array. Das Wiederum bedeutet, man hat hier einen Chip, dessen Logikgatter per Softwarebeschreibung erstellt werden. Mann stelle sich zum Beispiel einen TTL Baustein  7408 vor. Er beinhaltet vier unabhängige UND-Gatter mit je zwei Eingängen und einem Ausgang. Solche einfachen und viel komplexere Bausteine bilden von der Funktionalität her, die Basis jeden Computers. Solche "Bausteine" lassen sich auch in einem FPGA erstellen. Man "beschreibt" quasi mit einer Hochsprache die Funktion, synthetisiert diese und erstellt einen Programmingcode, der im FPGA dann die Gates zu den gewünschten Gattern zusammenschaltet.

HDL nennt man diese "Hochsprache" (HardwareDescriptionLanguage). Ein solch ein FPGA enthält nun wirklich sehr, sehr viele GateArrays, die alle zu einer gewünschten Funktion geschaltet werden können. Man baut sich quasi seinen eigenen Chip. Der grosse Vorteil ist natürlich, dass alle Schaltvorgänge in Echtzeit und je nach Beschattung parallel ausgeführt werden. FPGAs von den Herstellern Altera oder XILINX sind mittlerweile in der Lage im Higspeedbereich zu operieren mit zig Megagates, IO-Buffers für SingleEnded und LVDS Signalen  geliefert zu werden.
Mit solchen FPGA´s ist es natürlich auch gar kein Problem einen alten 8 oder 16Bit Computer aus den 80igern nachzubilden. Und zwar in Hardware - das bedeutet die Funktion aller Chips die auf einem C64 Board montiert waren (CPU, RAM, PLA, ROM, SID, VIC, CIA ) wird per VHDL beschrieben und  die Gates des FPGA dann so zusammenschaltet, dass er dann sozusagen ein C64 Chip ist, der alles kann was ein echter C64 kann.    

ALTERA FPGA
Ein solches Projekt wurde im Rahmen des MIST (aMIga atariST) realisiert. Die MIST Community hat hier ein Board entwickelt, dessen Kern ein ALTERA Cyclon III ist.  Ein SD-Kartenslot dient als Datenquelle. Über die SD-Karte wird zum einen das FPGA bin-file (also der Core, der den FPGA zum Computer macht) und zum anderen die Daten für den entsprechenden nachgebildeten Computer, wie Spieleimages. Das Management und übernimmt ein kleiner Atmel-Microcontroller. 


Atmel uC
Die Community hat mittlerweile eine ganze Reihe von Rechnerkernen (Cores) gebastelt, die Rechner wie Atari XL, ZX81, ZX Spectrum, C64, Atari VCS, Atari 5200, Apple II, Sega Master System, NES, Odyssey2 und viele mehr nachbilden.






MIST Board Vorderseite

Das Mist-Board bringt eine Reihe von Schnittstellen mit. Eine MicroUSB-Buchse dient als Eingang für die Energieversorgung. Der MIST kann mit einem normalen USB-Handy Steckernetzteil versorgt werden.

MIST Board Hinterseite

Zwei 9 polige SUB-D Male-Buchsen ermöglichen das Anschliessen der originalen Retro-Joysticks, wie Quickshot etc.  Vier USB-Hostbuchsen, nehmen Datenträger wie USB-Sticks und auch HIDs wie Maus, Keyboard oder auch Game Controller auf. Eine Klinkenbuchse gibt den Ton der Rechner aus und das Bild kommt über eine VGA-Buchse. Hier liegt auch ein kleiner Haken. Denn das Videosignal kommt mit der Frequenz aus der Buchse, mit der auch der originale Rechner gelaufen ist. Wenn ein C64 PAL also mit 50Hz Bildwechselfrequenz arbeitet gibt die Buchse das V-Sync auch mit 50Hz aus. Bei NTSC wären es dann 60 Hz usw. Und das ist schon das Problem. Die meisten neuen LCD Monitore können mit einem 50Hz Signal nicht umgehen. Hier kommt meist eine Meldung wie: "Signal out of range" Ich habe nur einen alten HP1955 und einen noch älteren IBM Bildschirm zum Laufen gebracht.

MIST - MIDI Buchsen


Wer sich mit Retro Computern und Musik, vor allem mit MIDI beschäftigt, der kann auch mit dem MIST und den Atari ST Sequencern arbeiten. Das Board hat auch zwei Midi DIN Buchsen.
Wenn man seine SD-Karte nun vorbereitet, also einen Core von GitHub geladen, als core.rbf umbenannt hat, dann gehts auch schon los. Ich habe als Beispiel einen Commodore C16 Core gewählt und als Spiel das Jump an Run Spiel "Big Mac" als .prg Datei auf die SD-Karte gelegt. Wenn´s auch viele nicht kennen, mein Bruder dürfte sich daran erinnern, falls er sich in den Blog hierher verirrt :) 

Commodore C16 BASIC Einschaltbildschirm

Nach dem Startbildschirm des C16, kann mit einem angeschlossenen Keyboard mit F12 per Imageinjection das File in den C16-Speicher kopiert werden. Das geht so schnell, dass man nicht merkt, ob zwischen der Enter Taste und dem Ready am Commodore Basic Bildschirm, etwas passiert ist. Mit RUN startet man das Spiel und es kann losgehen :D

C16/Plus4 Game: BigMac

Sony TV-Video8 Combo EV-DT1

Aus den ganz frühen 90iger Jahren stammt der SONY EV-DT1, ein tragbares Röhren TV-Gerät mit einem 13cm Trinitron Bildschirm und einem integrierten Video8 Video Recorder und Player. In das Gerät wurde ein Netzeil (AC/DC Converter für 240Volt/50Hz), sowie ein DC/DC Converter mit einem Eingangsspannungsbereich von 12-24V DC eingebaut. Somit ist der Betrieb zuhause und mobil in Fahrzeugen möglich.  Die technischen Daten:



  • Bezeichnung/ Modell: TV/VCR (Video8) Combo / EV-DT1
  • Hersteller: Sony Japan
  • Baujahr: ca. 1988
  • Abmessungen: 160x230x300mm
  • Gewicht: 5,8 kg
  • Bildschirm: Trinitron - Röhre 120x100mm Bildschirm
  • Versogungsspannung: 240VAC,12VDC,24VDC
  • Analogtuner: VHF/UHF-Band
  • TV-System: PAL 625
  • VCR-System: Video 8 PAL, Recorder/Player
  • Lautsprecher: 0,5W dynamisch, intern
Genau ein solches Gerät habe ich sehr günstig (quasi nur für  die Portokosten) als defekt erworben. Die Fehlerangabe hier war: "lässt sich nicht einschalten". Also dachte ich mir - wenn gar nix geht, dann lässt sich leichter der Fehler finden :D.  Die Serviceunterlagen zu dem Gerät findet man auch im Netz - also kann man die paar Euros riskieren.
 

Also zuerst einmal das Gerät an die Versorgungen anschliessen und das Fehlerbild nachvollziehen. Und tatsächlich - es tat sich nichts. Und das sowohl bei Netzspannung als auch bei Niederspannung. Glücklicherweise ist der EV-DT1 sehr gut und servicefreundlich zu zerlegen. Den Deckel bekommt man nach Lösen von vier Schrauben ab. Dann lassen sich die einzelnen "Module" (Monitor, Netzteil, Bedienteil, Videorecorder) abschrauben. Die Verbindungsleitungen zwischen den Modulen sind mit Steckverbindern versehen.


Das Netzteilmodul wollte ich zuerst begutachten. Wenn gar nichts mehr tut, dann wird wohl hier der Fehler sein.


Das ausgebaute Netzteilmodul wird zuerst einmal optisch auf Fehler untersucht. Es sind aber keine kalten Lötstellen an der  kleinen Anschlussplatine für den Kaltgerätestecker zu sehen. Die hier verbaute Sicherung ist auch in Ordnung. Daher wird das Netzteil jetzt zerlegt. Die Zuleitungen und Verbindungsleitungen zu dem DC-Reglerboard lassen sich auch abstecken.

Nun liegt die Netzteilplatine in ihrer vollen Pracht vor mir. Augenscheinlich ist hier auch nichts Böses zu sehen. Weitere Sicherungen am Board sind alle in Ordnung. Auch die Leistungshalbleiter haben keine Kurzschlüsse. Interessant ist hier eine Schaltungsvariante, die ich lange nicht mehr gesehen habe - die "crowbar" (Brecheisen)-Schaltung. Diese Schaltung besteht im wesentlichen aus einem Thyristor, dessen Anode und Kathode parallel zur Spannungsquelle geschaltet sind. Und das in Durchlassrichtung, so das beim Zünden des Thyristors die Quelle kurzgeschlossen wird. Das verursacht dann ein Auslösen einer vorgeschalteten Sicherung und schützt gleichzeitig die versorgten Verbraucher. Das Zünden des Thyristors wird initiert, wenn die Spannungsquelle aus irgendwelchen Gründen in ihrer Ausgangsspannung zu steigen beginnt. Diese Schaltung ist auch in diesem Netzteil verbaut - aber das in der Primärseite, netzseitig direkt nach dem Netzgleichrichter ! Ist wohl ein absoluter Schutz, die Netzgleichspannung von 300V kurzzuschließen.
Aber alle diese Komponenten sind in Ordnung. Also habe ich als nächstes die Blechabschirmung abgelötet. Darunter befindet sich laut Schaltplan die DC/DC-Converterschaltung.

 Beim Ablöten des Bleches, und durch die dadurch entstehende Erwärmung, wurde der bekannte "Fischgeruch" freigesetzt. Also wieder eine Kondensatorproblem.


Man kann die Übeltäter schon erkennen. Also steht wieder einmal Elkotauschen auf dem Programm. Nach dem Auslöten der Elkos kann der Schaden begutachtet werden.


Hier sind wieder die durch den ausgelaufen Elektrolyten typischen Schäden an den Leiterbahnen zu sehen. Nach der Reparatur derselben, konnten die neuen Kondensatoren eingabaut werden. Ein erster Funktionstest war dann sogar schon teilweise erfolgreich. Die Ausgangsspannungen waren alle vorhanden. Jedoch nach ein paar Minuten Betriebszeit brachen die Spannungen aus dem DC/DC Converter zusammen. Der Fehler lag hier bei zwei defekten Widerstanden in der Feedbackleitung des DC-Converters. Die hatte anscheinend auch der Kondensatorelektrolyt zerfressen. Also diese getauscht und einen neuen Funktionstest gestartet - und siehe da, der Combo läuft wieder. TV und Videorecorder sind in einem Super Zustand. Die Bildgeometrie zeigt keinerlei Verzerrungen. 

 
 

Philips Radio Recorder 22AR090

Ein riesiges Dankeschön muss ich an dieser Stelle ich an Herrn Matthias Haselberger aussprechen. Als ehemaliger Entwickler bei dem Elektronikkonzern Philips und jetzigem Kollegen an der FH Kärnten, hat mir Matthias es möglich gemacht, den Radio-Recorder Philips 22AR090 aus meiner Jugendzeit wieder zu bekommen, um ihn in die Sammlung aufnehmen zu können. Vielen Dank für diese Spende!
Der Radiorecorder Philips 22AR090 wurde 1981/1982 von Philips in Österreich entwickelt und hergestellt. Er war damals einer meiner ersten Recorder und hat mich mit den Hits der Zeit versorgt. Leider war, wie bei vielen technischen Geräten zu der Zeit, mein Interesse am Innenleben auch sehr groß, was aber oft aufgrund des fehlenden Wissens, den Tod des Gerätes zur Folge hatte. So kam es beispielsweise vor, dass ein im Gerät untergebrachter Schalter zur Spannungsumschaltung 110/220V, aus reiner Neugier während dem Betrieb umgeschaltet wurde. Das Resultat war ein Rauchzeichen aus dem Transformator und dem anschliessenden Schweigen des Radios...
Ein Bild aus 1982.
Leider ist der AR090 rechts im Bild nicht gut zu erkennen.

zu den technischen Daten des Philips 090:
Modellbezeichnung:     Radio-Recorder 22AR090 /50
Hersteller :                    Philips - Österreich
Herstellungsjahr:          1981/1982  
Kategorie:                     Rundfunkempfänger mit Kassettenrecorder
Halbleiter:                     BF324 BF495 BC548 BC549 TDA1011                                                
                                     TDA1220 TDA1059
Hauptprinzip:                Superhet allgemein; ZF/IF 468/10700 kHz
Wellenbereiche:            Mittelwelle und UKW (FM)
Funktionen:                   UKW/Mittelwellenempfänger &
                                      Kassettenrecorder und -spieler
Energieversorgung:       Netzbetrieb:  127V, 220 V
                                       Batteriebetrieb: 6 × 1,5 Volt
Lautsprecher :                Dynamischer Lautsprecher Ø 11 cm Ausgangsleistung:          1 W
Material:                         Plastikgehäuse, Thermoplast
Abmessungen (BHT) :   320 x 175 x 70 mm / 12.6 x 6.9 x 2.8 inch
Nettogewicht:                 1.5 kg



Eine grosse, übersichtliche Skala zeigt die Frequenzen und Bänder für UKW und MW Bänder an.

Mit dem Mode-Umschalter wird zwischen Kassetten-, Radio und Microfonbetrieb gewählt. Der "Selektor" wählt die Radiobänder aus.


Die Tasten für die Bedienung des Kassetten-Laufwerks befinden sich auf der linken oberen Seite. Die Lautstärke wird mit einem Schiebepotentiometer eingestellt. (das nach 35Jahren noch immer nicht "kratzt")


Ein Blick ins Innere - das Bandlaufwerk. Tonkopf, Löschkopf und Andruckrolle sind in super Zustand. Es sind kaum Einschleifspuren zu sehen.


Die Platine ist mit diskreten, bedrahteten Bauteilen bestückt und wartungsfreundlich aufgebaut.

Hier ist die Übersicht aller Baugruppen dargestellt. Die Gehäuseteile werden mit Kreuzschrauben zusammengehalten. Der Lautsprecher ist mit einer Klemmfeder am Gehäuse befestigt und kann mit einem Hangriff samt dem Board und Laufwerk schnell ausgebaut werden.


Das Mainboard samt Laufwerk. Rechts unten im Bild ist der Netztransformator, gut abgesetzt von der Niedervoltseite, zu sehen. Das ist Gerät ist 35 Jahre alt und funktioniert wie am ersten Tag. Man beachte das Typenschild samt Herstellungsland :)



Der Sony EV-S9000 und wenn es nach "Fisch" riecht

Aus den Zeiten der analogen Videoaufzeichnung auf Magnetband stammt der SONY EV-S9000E Recorder. Es handelt sich dabei um einen "Pro-Consumer" Recorder der etwa Anfang der 90iger Jahre auf den Markt kam. Er besitzt ein 8mm Videobandlaufwerk, das sowohl die Formate Video8, als auch HI8 (vergleichbar mit S-VHS) wiedergeben und aufzeichnen kann. Zu seinen Besonderheiten gehört wohl das elektrisch ausfahrbare Bedienpanel, auf dem sich unter anderem auch ein JogShuttle-Drehrad und eine integrierte Schnittsteuerung befindet. Mit dem Recorder war es möglich, über die Schnittstellen "LANC" bzw. "Control S" einen weiteren Recorder zu steuern und ihn als Zuspieler zu verwenden.  Die Besonderheit hierbei war, dass beide Videosignale (sowohl vom Player als auch vom Recorder) auf dem Monitor in Fenstern angezeigt wurde. So konnten alle Schnitte des Quellbandes per Timecode vordefiniert werden. Per Knopfdruck wurden alle Schnitte dann automatisch abgearbeitet. Die Maschinen arbeiteten und spulten die Bänder und man konnte zusehen, wie das Masterband entstand.

Mittlerweile arbeitet niemand mehr mit linearem Schnitt und zeichnet auf Analogbänder auf. Die Technik wurde von den Digitalbändern (D8, DVHS, DV, DVCam...) abgelöst. Auch die Bänder wurden mittlerweile abgelöst und durch Speicherkarten ersetzt. Der Fernsehstandard wurde bekanntlich ja neu definiert (HD, 4K UHD etc).

Aber: Es gibt noch Unmengen an alten Analogbändern in schlechter SD-Auflösung, die viele viele Jugenderinnerungen beinhalten. Und diese sollen ja auch in die Zukunft gerettet werden. Darum lohnt es sich, die alten Bandbaschinen am Leben zu halten, um die Erinnerungen digitalisieren und in die neuen Formate konvertieren zu können. (mp4...)

Genau eine solche Digitalisierung musste ich schnell mit einem alten Videoband durchführen. Doch falsch gedacht. Der EV-S9000 wollte nach dem Einstöpseln kein Lebenszeichen mehr von sich geben. Also: Deckel runter, Servicemanual herausgesucht und die Betriebsspannungen am Ausgang des Netzteils überprüft. Hier war schon das erste Problem zu finden. Es stimmte fast keine der Ausgangsspannungen mehr. Das Netzteil benötigte also ein Service. Wie immer bei alten Geräten werden zuserst die Elektrolytkondensatoren geprüft. Auch hier war wie erwartet, keine einzige Kapazität mehr dem Aufdruck entsprechend. Abweichungen bis zu -90% waren hier messbar. Daraufhin habe ich ausnahmslos alle Elkos erneuert. (den kleinen 56µF Elko habe ich mangels Verfügbarkeit im Lager gegen eine Parallelschaltung eines 47µF und eines 10µF ersetzt). Nach dem Reinigen der Platine und Wiedereinbau in den Metallkäfig folgte der erste Test. Und siehe da: Der Recorder startet wieder. Das Panel wurde ausgefahren aber ausser den Leds an den Tastern, keine Anzeige im Floureszenzdisplay. Ich erinnerte mich, dass das Display beim letzten Mal auch schon nicht funktionierte, ich aber zu faul war, mich darum zu kümmern. Nach längerem Betrieb des Recorders war auch der Geruch von faulem "Fisch" wahrzunehmen, der langsam den Raum füllte. Das roch wieder nach Elkos, die ihr ganzes Inneres offenbarten. Also startete ich einen Riechangriff und versuchte die Quelle des Übels zu erriechen. Ich wurde schnell fündig und machte das Bediepanel als Verursacher aus. Ein kurzer Blick in den Schaltplan verriet mir, dass auf dem Panelboard ein Schaltwandler untergrabracht war, der sowohl die Heizspannung, als auch die hohe Spannung zwischen Anode und Kathode erzeugt. Also wurde die Platine ausgebaut um sie zu untersuchen.





Im Bild unten ist die VFD (VakuumFloureszenzDisplay)-Anzeige zu sehen und links oben die kleine Metallbox unter der sich die DC/DC Converterschaltung verbirgt.

Man kann schon erkennen, dass hier etwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Der dunkle Fleck rechts neben der Box sollte nicht sein.  Die Schirmbox ist schnell entfernt und der Blick darunter wird frei:





Auf der Bauteilseite ist schnell zu erkennen, dass hier ein Elko undicht ist und der ausgelaufene Elektrolyt die Leiterbahnen beschädigt hat.



Auch auf der Lötseite sieht es nicht besser aus. Darum habe ich zuerst einmal alle Elkos entfernt, um dann mit der Reinigung und Restauration der verätzten Leiterbahnen zu beginnen.








Auch auf der Lötseite sieht es nicht besser aus. Darum habe ich zuerst einmal alle Elkos entfernt, um dann mit der Reinigung und Restauration der verätzten Leiterbahnen zu beginnen.





Auch auf der Lötseite sieht es nicht besser aus. Darum habe ich zuerst einmal alle Elkos entfernt, um dann mit der Reinigung und Restauration der verätzten Leiterbahnen zu beginnen.




 Jetzt kann das Panel wieder zusammengebaut und einem Funktionstest unterzogen werden.

Bingo! Gleich nach dem Einschalten wird das Timecodedisplay und die Audiopegelanzeige wieder sichtbar. Die VFD-Anzeige lebt wieder.